Reiseführer St. Petersburg MM-City

Marcus X. Schmid

Unterwegs mit Marcus X. Schmid

Portrait Marcus X. SchmidLiebe Le­se­rin­nen, liebe Leser,
wie alle Tou­ris­ten stehe ich am ers­ten Tag mei­nes Be­suchs auf dem New­skij-Pro­spekt. Der »New­skij« ist die Haupt­ader von St. Pe­ters­burg, hier kann ich den Puls der Stadt am bes­ten füh­len. Was hat sich ver­än­dert seit dem letz­ten Mal? Hopp­la, der fin­ni­sche Wa­ren­haus­kö­nig protzt mit einem neuen Kon­sum­pa­last, der jah­re­lang ge­schlos­se­ne Gour­met­tem­pel hat die Schau­fens­ter po­liert und lockt wie­der teure Kund­schaft an, un­weit davon hat ein Le­bens­mit­tel­kon­zern eine Bou­tique für Kap­sel­kaf­fee­ma­schi­nen er­öff­net. Was ge­blie­ben ist: die Sand­wich-Män­ner und Frau­en, die stumm auf ein Re­stau­rant oder ein Kon­zert auf­merk­sam ma­chen, die Ba­busch­kas, die einen dün­nen Blu­men­strauß feil­bie­ten, und das Ge­klap­per der atem­be­rau­bend hohen Stö­ckel­schu­he, denen jeder Aus­län­der hin­ter­her­schaut – und kein Russe.
Und was ist aus den Groß­bau­stel­len der Stadt ge­wor­den? Das Fuß­ball­sta­di­on muss bis zur Welt­meis­ter­schaft 2018 ste­hen, die Insel Neu-Hol­land soll zur Fla­nier­zo­ne wer­den, der Apraks­in-Markt ist ab­ge­ris­sen, doch was kommt an seine Stel­le?
St. Pe­ters­burg ver­än­dert sich der­zeit ra­sant, dem auf den Fer­sen zu blei­ben, ist meine Auf­ga­be. Si­cher hat sich auch die Gas­tro-Szene ver­än­dert, denke ich, auch das will re­cher­chiert sein. Also an die Ar­beit: Erst ein­mal gut rus­sisch essen gehen …