Betzenstube

Betzenstein

Betzenstube, Betzenstein
Ein wah­res Schmuck­stück: Die Bet­zen­stu­be (Foto: Emil Be­zold).
Nur die Trän­ken im alten Mau­er­werk des Ka­min­zim­mers und der Name er­in­nern noch an die eins­ti­ge Nut­zung des Bet­zen­stu­ben-Ge­bäu­des als Stall. »›Betz‹« nann­te man frü­her einen Schaf­bock" er­klärt In­ha­be­rin Cor­ne­lia Sch­mitt. Im Jahr 2005 er­stand die Nürn­ber­ge­rin das jahr­hun­der­te­al­te Ge­bäu­de und ließ es gründ­lich sa­nie­ren. Nach einem Jahr – die Bau­ar­bei­ten im Haus waren noch in vol­lem Gange – wurde be­reits die erste Hoch­zeits­fei­er aus­ge­rich­tet. Wand­lö­cher hing man kur­zer­hand mit Bil­dern und Schlei­fen zu. Als für die In­nen­ge­stal­tung der Maler aus­fiel, griff die Ei­gen­tü­me­rin selbst zum Pin­sel – her­aus­ge­kom­men ist ein wah­res Schmuck­stück: Der Gast­raum bie­tet einen Emp­fang, wie man ihn sich bes­ser nicht wün­schen kann: Ori­gi­nal er­hal­te­ner St­ein­bo­den und Holz­de­cke, um die Fens­ter und Türen ran­ken sich auf­ge­mal­te Efeu­blät­ter und far­ben­fro­he Vögel, bunte Aqua­rel­le schmü­cken die Wände – in einer Ne­ben­rol­le ist der Gast­raum auch Ga­le­rie. Mit aus­ge­fal­le­nen De­ko­ra­ti­ons­ele­men­ten rich­te­te Cor­ne­lia Sch­mitt alles so ein, wie sie es am liebs­ten hätte, würde sie zum Essen aus­ge­hen. So wurde das Haus von Jahr zu Jahr immer ge­müt­li­cher. Was für ein Glück!

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Koch Richard »Ri­chie« Spiel­ber­ger schwört auf na­tür­li­che Zu­ta­ten und ver­fei­nert Frän­ki­sches gern mit einer me­di­ter­ra­nen Note (Foto: Emil Be­zold).
Aber nicht nur das Am­bi­en­te über­zeugt: Das ehe­ma­li­ge Ger­ber­haus mit Schaf­stall be­her­bergt heute ein Re­stau­rant mit fei­ner Re­gio­nal­kü­che. Für die vor­züg­li­chen Gau­men­freu­den sorgt Kü­chen­chef Richard Spiel­ber­ger, von An­fang an mit dabei. Der Koch schwört auf na­tür­li­che, re­gio­na­le Zu­ta­ten und ach­tet auf Nach­hal­tig­keit. Bei sei­nen Krea­tio­nen va­ri­iert Richard Spiel­ber­ger ty­pisch Frän­ki­sches mit einer me­di­ter­ra­nen Note und ser­viert zum Bei­spiel eine köst­li­che haus­ge­mach­te, mit Saf­ran ver­fei­ner­te Fisch­sup­pe, da­nach An­gus­rind aus hei­mi­scher Zucht (von der Metz­ge­rei Kro­der in Hüll) mit selbst­ge­mach­ter Aioli. Zum Des­sert zau­bert er Sor­bets »da legt Sie’s nie­der«. Ver­stärkt wird der Ge­nuss durch ein Glas Wein aus dem mit 20 ver­schie­de­nen Sor­ten gut aus­ge­stat­te­ten Wein­kel­ler. »Wir haben einen sehr schö­nen frän­ki­schen Pro­sec­co« ver­rät Cor­ne­lia Sch­mitt und zeigt zwei edle Fla­schen »Fri­de­ric­co« und »Ma­ri­si­ma« vom Wein­gut Gei­ger aus Thün­gers­heim »Damit kann ich jeden Wein­ken­ner be­ein­dru­cken«.

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Fei­nes vom frän­ki­schen An­gus­rind (Foto: Emil Be­zold).
Wer es aber hoch­pro­zen­ti­ger mag, kann di­ver­se Brän­de ver­kos­ten, die ei­gens für die Bet­zen­stu­be pro­du­ziert wer­den. In der ehe­ma­li­gen Zehnt­scheu­ne, nur ein paar Schrit­te die Stra­ße hin­auf, hat sich der Ehe­mann von Cor­ne­lia Sch­mitt einen Traum er­füllt und eine klei­ne De­stil­le­rie ein­ge­rich­tet: die Schloss­bren­ne­rei. Hier, wo frü­her die Bau­ern ihre spät­som­mer­li­che Ernte ab­lie­fer­ten, um die Na­tu­ral­steu­er (den so­ge­nann­ten Zehnt), an den Schloss­herrn zu ent­rich­ten, brin­gen die Lie­fe­ran­ten heute Körbe voll rei­fer Kir­schen, Quit­ten und Mi­ra­bel­len gegen or­dent­li­che Be­zah­lung. Aus den Früch­ten wer­den wun­der­bar milde Brän­de ge­won­nen, die in der Bet­zen­stu­be pro­biert wer­den kön­nen.

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Eine köst­li­che, mit Saf­ran ver­fei­ner­te Fisch­sup­pe steht im Früh­jahr auf der Karte (Foto: Emil Be­zold).
Nach einem Wein­abend oder einer aus­gie­bi­gen Schnaps­ver­kos­tung emp­fiehlt es sich, die Trep­pe in den ers­ten Stock zu er­klim­men: Hier laden zwei hüb­sche Apart­ments mit frei­ge­leg­ten Fach­werk­bal­ken, Spros­sen­fens­tern und Sicht auf die alte Stadt­mau­er zum Über­nach­ten ein – eines so schön wie das an­de­re. In die Zu­kunft schaut man sehr am­bi­tio­niert: Im ehe­ma­li­gen Pfleg­amts­schloss aus dem 17. Jahr­hun­dert ent­ste­hen sie­ben ge­schmack­vol­le Sui­ten, die mit der Bet­zen­stu­be und der Schloss­bren­ne­rei ein En­sem­ble bil­den wer­den.

Wan­der-Tipp

Rund um Bet­zen­stein ste­hen circa 250 km mar­kier­te Wege zur Ver­fü­gung. Wer je­doch erst ein­mal den Ort ken­nen­ler­nen möch­te, soll­te sich eine halbe St­un­de Zeit neh­men, um zu dem auf 540 m Höhe ge­le­ge­nen höl­zer­nen Aus­sichts­turm Schmid­berg zu wan­dern. Nach einem klei­nen Spa­zier­gang durch die schma­len Gas­sen führt ein be­que­mer Weg hin­auf zum Aus­sichts­turm. Von hier hat man einen wun­der­ba­ren Aus­blick über den ge­sam­ten Ort.