Töp­fe­rei & Café Ul­ri­ke Kunz­mann

Grä­fen­berg

Töpferei & Café Ulrike Kunzmann, Gräfenberg
Ein lau­schi­ger Gar­ten war­tet auf Gäste (Foto: Emil Be­zold).
Wer Ul­ri­ke Kunz­mann in ihrem ge­müt­li­chen Café im Grä­fen­ber­ger Orts­teil Neus­les be­sucht, der fin­det sich wie­der zwi­schen Rosen und Buchs­baum­he­cken in einem Gar­ten vol­ler far­ben­froh ge­mus­ter­ter Ke­ra­mik. Hier sit­zen die Gäste an lau­schi­gen Plätz­chen unter alten Bäu­men und ge­nie­ßen Ku­chen, der noch mit viel But­ter und Liebe täg­lich frisch ge­ba­cken wird.
Be­reits 1991 waren die Kunz­manns in das klei­ne Neus­les ge­zo­gen, das man er­reicht, wenn man bei der 1000-jäh­ri­gen Linde in Kas­berg Rich­tung Ho­hen­schwärz ab­biegt. In einem ehe­ma­li­gen Wohn- und Stall­haus rich­te­te sich Ul­ri­ke Kunz­mann ihre Töp­fe­rei ein. Nach und nach wurde das Wohn­haus so­wohl sa­niert als auch um­ge­baut. Dass es so kom­for­ta­bel und be­hag­lich ge­wor­den ist, ver­dankt sie auch ihrem Mann, der als Schrei­ner­meis­ter na­tür­lich Hand an­leg­te.

Töpferei & Café Ulrike Kunzmann, Gräfenberg
Ul­ri­ke Kunz­mann ist nicht nur eine be­gna­de­te Künst­le­rin, son­dern backt auch her­vor­ra­gen­de Ku­chen (Foto: Emil Be­zold).
In­spi­riert durch einen Nord­see-Ur­laub reif­te in Ul­ri­ke Kunz­mann der Wunsch ihre Töp­fe­rei um ein Café zu er­wei­tern. Kur­zer­hand wur­den das Wohn­zim­mer zum Café und die Küche zur Back­stu­be. Ehe­mann Ernst schritt zur Tat und baute Ti­sche und Bänke für die Gäste. Ge­müt­lich sitzt man heute zwi­schen weiß ge­tünch­ten Wän­den, De­cken und Fuß­bö­den aus Holz und schlich­ten alten Bau­ern­mö­beln aus der Re­gi­on. Man hat die Wahl zwi­schen zwei hüb­schen Gast­räu­men: dem »Wohn­zim­mer« mit Flü­gel und Ka­chel­ofen oder der ehe­ma­li­gen Töp­fe­rei­werk­statt, wo helle Möbel zwi­schen Re­ga­len, ge­füllt mit bun­ter Ke­ra­mik, ste­hen. »Ich ver­su­che, es den Gäs­ten immer schön zu ma­chen«, be­tont die sym­pa­thi­sche Bä­cke­rin, schließ­lich sei der Gast ja bei ihr fast zu Hause. Im Win­ter, wenn der Ka­chel­ofen eine ge­müt­li­che Wärme ver­brei­tet, lädt die mu­si­ka­li­sche Haus­her­rin, die selbst Kla­vier, Kon­tra­bass und Flöte spielt, auch gern zu Kon­zer­ten und Le­sun­gen ein.

Töpferei & Café Ulrike Kunzmann, Gräfenberg
Mmmh le­cker … für ihre Ro­sen­blü­ten­tor­te ver­wen­det Ul­ri­ke Kunz­mann nur Ro­sen­blü­ten­si­rup aus ei­ge­ner Her­stel­lung (Foto: Emil Be­zold).
Eine wei­te­re Be­ga­bung Ul­ri­ke Kunz­manns zeigt sich in der sorg­fäl­ti­gen Zu­be­rei­tung ihrer Ku­chen, für die sie auch schon mal auf Zu­ta­ten aus Wald und Flur zu­rück­greift. Im Früh­jahr sam­melt sie fri­schen Wald­meis­ter und ver­ar­bei­tet ihn in einer schmack­haf­ten Torte. Aus den Rosen im Gar­ten ge­winnt sie einen wun­der­bar fruch­ti­gen Sirup, der als er­le­se­ne Kom­po­nen­te Ein­gang in ihre Ro­sen­blü­ten­tor­te fin­det. »Ich will eine ehr­li­che Qua­li­tät lie­fern«, er­klärt Ul­ri­ke Kunz­mann. Die Eier, die sie für ihre Ku­chen ver­wen­det, stam­men von frei­lau­fen­den Hüh­nern und Pro­duk­te mit Zu­satz­stof­fen fin­den sich so­wie­so nicht in ihrer Küche.

Töpferei & Café Ulrike Kunzmann, Gräfenberg
De­ko­ra­ti­ves aus der Töp­fer­werk­statt (Foto: Emil Be­zold).
Neben Ku­chen hat sie auch noch herz­haf­te Brot­zei­ten und def­ti­ge Quiches in ihrem Re­per­toire. Ihr gro­ßes An­ge­bot an Kaf­fee- und Tee­spe­zia­li­tä­ten er­gänzt Ul­ri­ke Kunz­mann mit Säf­ten von der Pretz­fel­der Mos­te­rei. Nach ihrem Er­folgs­ge­heim­nis be­fragt, lacht die sym­pa­thi­sche Haus­her­rin, sie selbst sei gar keine große Ku­chen­lieb­ha­be­rin, des­halb mache sie ihre Teige auch nicht so süß. Kein Wun­der schme­cken ihre Tor­ten und Ku­chen vor allem nach Obst statt nach Zu­cker.

Größ­tes Schmuck­stück ist je­doch ihr Gar­ten, in dem Rosen und La­ven­del­sträu­cher blü­hen. Dort kann man in Ruhe die Kunst­ge­gen­stän­de aus der Töp­fe­rei­werk­statt be­trach­ten, wäh­rend man sich dem Ku­chen­schmaus hin­gibt und ins Schwär­men gerät über Orte wie die­sen, an denen Kunst und leib­li­cher Ge­nuss auf wun­der­ba­re Weise har­mo­nie­ren.