Café-Bren­ne­rei Geist-Reich

Kun­reuth

Café-Brennerei Geist-Reich, Kunreuth
Das klei­ne Bren­ne­rei-Café an der Haupt­stra­ße in Wein­garts (Foto: Emil Be­zold).
Ein klei­nes Schild am Stra­ßen­rand, eine von Blu­men ge­säum­te Hof­ein­fahrt, drei Ti­sche auf der Ter­ras­se – will­kom­men im Reich von Michae­la Rie­gel-En­gel­hardt! Mit­ten im Ort Wein­garts liegt an der Haupt­stra­ße das klei­ne Café mit an­gren­zen­dem Hof­la­den und er­war­tet Gäste. Was 1999 als klei­nes Ein-Frau­en-Pro­jekt be­gann, hat sich in der Re­gi­on längst eta­bliert und ist den­noch ein Ge­heim­tipp ge­blie­ben.

Café-Brennerei Geist-Reich, Kunreuth
Die krea­ti­ve Land­wir­tin und Gast­wir­tin Michae­la En­gel­hardt (Foto: Emil Be­zold).
In ihrem Hof­la­den ver­kauft die am­bi­tio­nier­te Land­wir­tin eine große Aus­wahl haus­ge­mach­ter Li­kö­re und Brän­de, Kon­fi­tü­ren und Chut­neys. Unter den köst­li­chen Frucht­auf­stri­chen fin­den sich Krea­tio­nen wie mit Man­del­blätt­chen ver­fei­ner­tes Zwetsch­gen­ge­lee oder Rha­bar­ber­kon­fi­tü­re mit ge­rös­te­ten Wal­nüs­sen. Rund 20 ver­schie­de­ne Brän­de, Li­kö­re und Geis­ter, dar­un­ter so aus­ge­fal­le­ne Sor­ten wie Lö­wen­zahn­blü­ten­li­kör oder To­pi­nam­bur­brand, ste­hen zur Selbst­ab­fül­lung in gro­ßen Bal­lons be­reit. Ver­füh­re­risch sind aber auch die ohne Zu­cker­zu­ga­be ge­trock­ne­ten Süß­kir­schen, wel­che auf­grund ihrer na­tür­li­chen Süße als »Un­se­re Ori­gi­na­le« beim Spe­zia­li­tä­ten­wett­be­werb der Stadt Nürn­berg prä­miert wur­den. Ge­nie­ßen soll­te man die ge­sun­de Na­sche­rei al­ler­dings sehr be­wusst: Ein gan­zes Pfund Kir­schen braucht es, um 50 Gramm ge­trock­ne­te Kir­schen her­zu­stel­len.

Café-Brennerei Geist-Reich, Kunreuth
Eine Spe­zia­li­tät aus der Back­stu­be ist der Rha­bar­ber­stru­del (Foto: Emil Be­zold).
Jeden Tag, außer mon­tags, ser­viert die ge­lern­te Gärt­ne­rin ab 14 Uhr Ku­chen, Kaf­fee und klei­ne Brot­zei­ten auf ihrer son­ni­gen Ter­ras­se. Zuvor hat sie dann schon ihre 17 Läm­mer ge­füt­tert, Mann und Hund ver­sorgt, ihre To­ma­ten­pflan­zen ge­gos­sen, Obst ge­ern­tet und Ku­chen ge­ba­cken. Un­ge­fähr 40 Kirsch­bäu­me ge­hö­ren zu ihrem Hof, dazu kom­men 300 Birn­bäu­me, 50 Ap­fel­bäu­me, ei­ni­ge Quit­ten-, Mi­ra­bel­len- und Zwetsch­gen­bäu­me. Eine Menge Ar­beit!


Café-Brennerei Geist-Reich, Kunreuth
Für ihre ge­trock­ne­ten Kir­schen wurde Michae­la En­gel­hardt beim Spe­zia­li­tä­ten­wett­be­werb der Stadt Nürn­berg aus­ge­zeich­net (Foto: Lars Sch­noor).
Bei ihrem Hof­la­den­sor­ti­ment legt sie viel Wert auf Re­gio­na­les: »Blu­to­ran­gen­li­kör gibt es bei mir nicht.« Dafür bie­tet sie aber ein­ge­leg­te Zuc­chi­ni, ge­trock­ne­te Bir­nen und im Win­ter selbst­ge­ba­cke­nen Stol­len an. Im Café gibt es täg­lich fri­sches Ge­bäck, je nach Jah­res­zeit Kirsch- oder Rha­bar­ber­stru­del, Käse-, Erd­beer- oder Zwetg­schen­ku­chen. Was sie für ihre Brot­zei­ten nicht selbst her­stel­len kann, kauft sie bei re­gio­na­len Zu­lie­fe­rern: Eier und Milch be­zieht sie vom be­nach­bar­ten Land­wirt, Wurst und Käse vom an­säs­si­gen Metz­ger, das Brot wird im Nach­bar­ort Do­ben­reuth von Fa­mi­lie Za­met­zer noch jeden Don­ners­tag ge­ba­cken. Aber Ap­fel­saft und Ap­fel­wein stellt sie selbst her.

Café-Brennerei Geist-Reich, Kunreuth
Nicht nur Li­kö­re, son­dern auch feine Kon­fi­tü­ren fin­den sich im Hof­la­den von Michae­la En­gel­hardt (Foto: Emil Be­zold).
Michae­la Rie­gel-En­gel­hardt ist nicht nur mit Leib und Seele Land­wir­tin, Kö­chin und Bä­cke­rin in Per­so­nal­uni­on, son­dern füllt auch noch ei­ni­ge Eh­ren­äm­ter aus, die gut drei Per­so­nen be­schäf­ti­gen könn­ten: Als Bei­rat im »Tou­ris­mus­ver­ein Rund ums Wal­ber­la« or­ga­ni­siert sie jähr­lich den »Tag der Bren­ne­rei­en«, bei »Ein­kau­fen auf dem Bau­ern­hof« ist sie die Vor­sit­zen­de für Ober­fran­ken, au­ßer­dem en­ga­giert sie sich im Ern­te­ver­ein »Ern­te­er­leb­nis, einem Pro­jekt, bei dem Ur­lau­ber frän­ki­schen Obst­bau­ern zur Hand gehen und als Ge­gen­leis­tung für ihren Ar­beits­ein­satz eine All-in­clu­si­ve-Un­ter­brin­gung auf dem Bau­ern­hof ge­nie­ßen. "Da ent­ste­hen Freund­schaf­ten fürs Leben«, re­sü­miert sie und blickt stolz auf ihren Hof, der auch schon so man­chen Gast be­her­bergt hat.