Hotel & Gasthof Alter Brunnen

Marloffstein

Hotel & Gasthof Alter Brunnen, Marloffstein
Fritz Strie­gel ju­ni­or und se­ni­or ver­bin­den Tra­di­ti­on und Mo­der­ne zu einer fan­ta­sie­vol­len Küche (Foto: Emil Be­zold).
Wenn Fritz Strie­gel Ju­ni­or spa­zie­ren geht, dann kann es schon mal pas­sie­ren, dass ihn die Natur zu au­ßer­ge­wöhn­li­chen Re­zep­ten an­regt. Sein jüngs­ter Clou: »Erd­bee­ren im Felde«. Dafür schmückt er süße Erd­bee­ren mit einem grü­nen Hut aus jun­gen Fich­tenspros­sen und setzt sie auf ein brau­nes Beet aus Scho­ko­bis­kuit, Pum­per­ni­ckel und dunk­ler Scho­ko­la­de – ein­fach köst­lich!

Im Herbst kocht der junge Kü­chen­meis­ter Bir­ken­rin­de aus und ser­viert sie zu­sam­men mit einer Sülze. »Wir ex­pe­ri­men­tie­ren gern«, lacht Se­ni­or­chef Fritz Strie­gel. »Ich lasse mei­nen Sohn Ge­rich­te kre­ieren, da muss ich den Gast be­glück­wün­schen, der das be­stellt, denn da ver­die­ne ich nichts dran.« Fritz Strie­gel sorgt mit der nö­ti­gen Ge­las­sen­heit dafür,

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Eine köst­li­che Krea­ti­on des Ju­ni­ors: Erd­bee­ren im Felde (Foto: Emil Be­zold).
dass im Alten Brun­nen auch die Tra­di­ti­on ge­wahrt bleibt, wäh­rend sein Sohn die bes­ten deut­schen Kü­chen durch­wan­dert, um sich ku­li­na­risch in­spi­rie­ren zu las­sen. Nach der Lehre im Gast­haus Rott­ner in Nürn­berg zog es den Ju­ni­or zu­nächst zu Alex­an­der Herr­mann nach Wirs­berg, da­nach in die mehr­fach prä­mier­te Küche von Ha­rald Wohl­fahrt in der Trau­be Ton­bach und zu­letzt ins Tan­tris, wohl Mün­chens bes­tes Fein­schme­cker­lo­kal, das re­gel­mä­ßig mit zwei Mi­che­lin-Ster­nen aus­ge­zeich­net wird.

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Köst­li­ches Früh­jahrs­ge­richt: Fo­rel­le im Ho­lun­der­sud (Foto: Emil Be­zold).
Die Stamm­gäs­te schwär­men von den Re­zep­ten des Ju­ni­ors, weil diese immer wie­der über­ra­schen, so wie die Fo­rel­le im Ho­lun­der­sud, eine wun­der­bar leich­te Kom­bi­na­ti­on, die im Früh­jahr auf der Karte steht. »Wir wol­len eine bo­den­stän­di­ge Küche an­bie­ten, uns aber trotz­dem wei­ter­ent­wi­ckeln, denn wir be­mer­ken, dass sich der Fran­ke auch ku­li­na­risch öff­net«, er­läu­tert Fritz Strie­gel Se­ni­or seine Phi­lo­so­phie. Er stellt an seine Küche einen hohen An­spruch: Ge­rich­te zau­bern mit einem kla­ren, ele­gan­ten Ge­schmack – aber nicht er­zeugt mit im­por­tier­ten Zu­ta­ten und Tra­di­tio­nen, son­dern mit dem, was die ei­ge­ne Hei­mat bie­tet. Neben den Gour­me­thäpp­chen des Ju­ni­ors fin­det sich daher auch bo­den­stän­di­ge frän­ki­sche Küche auf der Spei­se­kar­te. Brat­würs­te und Schin­ken stel­len die Strie­gels selbst her, für das Strie­gel-Schnit­zel wer­den die Fleisch­hälf­ten mit Brat­wurst­ge­häck und Obatz­tem ge­füllt. Sonn­tags gibt es Bra­ten aus dem Ofen, den die Mut­ter, Eva Strie­gel, nach einem alten Fa­mi­li­en­re­zept zu­be­rei­tet. Auch auf der Wein­kar­te geht’s re­gio­nal zu: Fa­mi­lie Ernst Popp aus Ipho­fen lie­fert die guten Haus­wei­ne zu einem fai­ren Preis.

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Fa­mi­lie Strie­gel (Foto: Emil Be­zold).
Aber die Strie­gels haben nicht nur ku­li­na­risch etwas vor­zu­wei­sen: Neben dem im­po­san­ten Gast­haus­ge­bäu­de mit dem licht­durch­flu­te­ten Win­ter­gar­ten steht ein klei­nes un­schein­ba­res Sand­stein­haus, das eben­falls zum Be­trieb ge­hört: die Erb­schenk­statt Zum Strie­gel­wirt. »In die­sem Raum steckt mein Herz­blut«, sin­niert Fritz Strie­gel Se­ni­or. Das his­to­ri­sche Ge­bäu­de von 1302 brann­te wäh­rend der Mar­loff­stei­ner Kirch­weih im Jahr 2005 bis auf die Grund­mau­ern ab. Unter Auf­sicht des Denk­mal­schut­zes hat er das Haus kom­plett wie­der­her­ge­stellt, und so ging ein Wunsch­traum in Er­fül­lung. »Es war eine Kunst, die Stube au­then­tisch zu er­hal­ten«, er­in­nert er sich. Im hei­me­li­gen Halb­dun­kel des Gast­raums sitzt man an lan­gen Ti­schen. Sand­stein­wän­de, der mas­si­ve Ei­chen­fuß­bo­den, ein Ka­min­ofen und Holz­de­cken sor­gen für ein uri­ges Am­bi­en­te. Zwar wird hier die Kirch­weih nicht mehr ge­fei­ert, aber der Raum steht heute für Fir­men- und Fa­mi­li­en­fes­te zur Ver­fü­gung.