Gasthof »Zur Wolfsschlucht«

Muggendorf

Gasthof "Zur Wolfsschlucht"
Ech­tes Hand­werk ist die Klöß-Zu­be­rei­tung.
Am Herd des Gast­ho­fes Wolfs­schlucht Wirt Man­fred Bi­sch­off, Ute Win­ter­stein als gute Seele der Küche, und Kü­chen­che­fin Chris­ti­ne Wehr­fritz. (Foto: Mike Wutt­ke)
Schweins­rip­pla, mund­art­lich schlicht »Rif­fa­la« ge­nannt, sind sehr be­liebt und auch zu­hau­se schnell zu­be­rei­tet. Wirt Man­fred Bi­sch­off braucht sie nur über den Hof zu tra­gen, denn sein Sch­wa­ger, Metz­ger­meis­ter Peter Wehr­fritz, be­treibt auf dem An­we­sen eine Metz­ge­rei. Ehe­frau und Kü­chen­che­fin Chris­ti­ne Wehr­fritz kocht sie in einem Wur­zel­sud (mit Lauch und Ka­rot­te) kurz vor und schiebt sie dann ins Rohr, aus dem die Rif­fa­la knusp­rig braun wie­der her­vor­kom­men. Die be­son­de­ren Zu­ta­ten sind Mehl­klö­ße und Wild­spi­nat. Die Klöße wer­den aus einer Mi­schung von Mehl und Ei ge­kne­tet, für Lo­cker­heit sorgt ein Schuss Spru­del, ver­rät Chris­ti­ne Wehr­fritz. Ab­ge­schmeckt wird mit Salz und Pfef­fer, Pe­ter­si­lie ist auch etwas fürs Auge. Nicht ver­ges­sen darf man die »Seele« aller frän­ki­schen Klöß’, die an­ge­rös­te­ten Brot- oder Bröt­chen-Brö­cker­la. Der Wild­spi­nat hat als Basis Blatt­spi­nat oder Man­gold, dazu kom­men, je nach Laune der Wie­sen und Raine, Bär­lauch, jun­ger Bren­nes­sel­trieb und Lö­wen­zahn, Vo­gel­mie­re oder Rauke. Man­fred Bi­sch­off oder auch die ganze Fa­mi­lie mit den Söh­nen Felix und Tim zieht es da mit dem Korb überm Arm in die nahe Flur. Der Fa­mi­li­en­be­trieb be­weist sich üb­ri­gens auch bei der Her­stel­lung der haus­ei­ge­nen Ku­chen. (Mike Wutt­ke)

Re­por­ta­ge

Portrait Corinna BrauerWer kennt ei­gent­lich noch Mug­gen­dor­fer Köhl­scheis­ser oder Forch­hei­mer Mau­er­scheis­ser? Im Gast­hof »Zur Wolfs­schlucht« gibt es bei Fa­mi­lie Bi­sch­off und Wehr­fritz »Mug­gen­dor­fer Köhl­scheis­ser«, und die sind wahr­lich die Reise wert. Denn hier­für wird das erste Früh­lings­grün ge­pflückt und tau­frisch auf den Tisch ge­bracht. Grade für die Fas­ten­zeit ein Ge­nuss: Bär­lauch, Sau­er­amp­fer, Schlüs­sel­blu­men, Brenn­nes­seln und Feld­sa­lat sind für das Ge­richt min­des­tens ge­nau­so wich­tig wie der wilde Hein­rich, ein Blatt­spi­nat, im Volks­mund auch Köhl ge­nannt. Rund wird die Sache dann mit den haus­ge­mach­ten Mehl­klöß’, wie die Uroma sie einst koch­te. Für Fleischlieb­ha­ber wer­den Schwei­ne­ripp­chen aus der fa­mi­li­en­ei­ge­nen Metz­ge­rei dazu ge­reicht.

Über­haupt han­delt es sich bei den Wirts­leu­ten Chris­ti­ne Wehr­fritz und Man­fred Bi­sch­off um eine sehr ku­li­na­ri­sche Fa­mi­lie, die Metz­ge­rei Wehr­fritz und die Braue­rei Staf­fel­berg Bräu wer­den von den Brü­dern ge­führt. Der Re­gio­nal­be­zug ist ihnen sehr wich­tig, 80 % der Pro­duk­te kom­men aus Fran­ken, sogar den Schnaps bren­nen sie selbst. Kurz­um: Hier be­kommt der Gast nur Haus­ge­mach­tes.

Wenn es dann nach dem guten Essen doch etwas spät ge­wor­den ist, über­nach­tet man ein­fach in einem der ge­müt­li­chen Zim­mer. Und viel­leicht er­klärt dann der hilfs­be­rei­te Wirt Man­fred Bi­sch­off dem in­ter­es­sier­ten Gast, was es denn auf sich hat mit den Köhl­scheis­sern aus Mug­gen­dorf. (Co­rin­na Brau­er)

Wan­der-Tipp

Durch die sa­kra­le Mitte der frän­ki­schen Schweiz
Der 25 km lange Rund­weg von Mug­gen­dorf über Göß­wein­stein bie­tet auch auf Grund der zu be­stei­gen­den Hö­hen­me­ter eine etwa neun­stün­di­ge Her­aus­for­de­rung.

Vom Mug­gen­dor­fer Ge­bürg zum Frän­ki­sche Schweiz-Mu­se­um
In etwa vier St­un­den von Mug­gend­org an Göß­wein­stein vor­bei nach Tü­chers­feld - oder vom Ge­bürg ins Tal (11,6 km). Mitt­le­rer An­spruch.

Vom Streit­ber­ger Bit­ter zu Lu­thers Wiese
Der knapp 7 km lange Wan­der­weg führt dank ei­ni­ger Stei­gung in etwa drei St­un­den von Streit­berg über das Wie­sent­tal nach Mug­gen­dorf. Mitt­le­rer An­spruch.

Von Ep­pelein von Gai­lin­gen zu Kon­rad von Schlüs­sel­berg
Von Streit­berg ver­läuft der fast 13 km Rund­wan­der­weg über das Wie­sent­tal nach Mug­gen­dorf und über die Burg Nei­deck. Etwa fünf St­un­den bei mitt­le­rem An­spruch.