Forsterstube

Pottenstein

Forsterstube, Pottenstein
Die Forster­stu­be in Ha­sel­brunn (Foto: Lars Sch­noor).
Fast ver­steckt und von stei­len Fels­wän­den um­rahmt liegt das be­schau­li­che Ha­sel­brunn mit sei­nen 23 Ein­woh­nern und der Forster­stu­be in einem schma­len Tal in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zu Pot­ten­stein. Die Ab­ge­schie­den­heit täuscht ein wenig – das Haus hat sehr wohl seine Po­si­ti­on unter den gas­tro­no­mi­schen Ster­nen der Frän­ki­schen Schweiz ge­fun­den.




Forsterstube, Pottenstein
Maria Bärt­lein ist be­kannt für ihre gute Wild­kü­che (Foto: Emil Be­zold).
»Ich ge­nie­ße die gute Küche mei­ner Frau seit 30 Jah­ren.«, schwärmt Ro­bert Bärt­lein – Grund genug für ihn, ge­mein­sam mit sei­ner Frau Maria im Jahr 2006 eine Gast­wirt­schaft zu er­öff­nen. Ur­sprüng­lich woll­ten sie mit dem Umbau des eins­ti­gen Kuh­stalls (ganze 13 Jahre hatte die­ser leer ge­stan­den) nur eine Brot­zeit­stu­be für Jä­ger­freun­de schaf­fen. Wo­chen und Mo­na­te ver­wen­de­te das Ehe­paar dar­auf, das Fach­werk frei­zu­klop­fen, die alten Holz­fens­ter aus­zu­tau­schen, den Dach­stuhl zu er­neu­ern und neue Lei­tun­gen und Rohre für Elek­tri­zi­tät und Was­ser zu ver­le­gen. Kaum waren die letz­ten Ti­sche und Bänke ver­schraubt und das Haus er­öff­net, wur­den sie förm­lich über­rannt: Es galt eine Ge­burts­tags­fei­er mit 60 Gäs­ten aus­zu­rich­ten. Die Forster­stu­be ge­riet zum Selbst­läu­fer, denn die feine Küche von Maria Bärt­lein sprach sich schnell herum. Viele ihrer Stamm­gäs­te schät­zen die ge­sun­de Haus­manns­kost in dem ge­müt­li­chen Am­bi­en­te.

Forsterstube, Pottenstein
Der Wil­der­ertopf mit fei­nem Fleisch von Reh und Wild­schwein ist eine Spe­zia­li­tät des Hau­ses (Foto: Emil Be­zold).
»Wir möch­ten die Gast­wirt­schaft so füh­ren, wie man es gern hätte, wenn man wohin kommt.«, er­klärt Maria Bärt­lein ihr Kon­zept. Auf­ge­wärm­ten Schwei­ne­bra­ten gibt es bei ihr nicht, sie brät ihn lie­ber frisch – und das an jedem Wo­che­nen­de. Nur re­gio­na­le Zu­ta­ten fin­den den Weg in ihre Töpfe. Die Na­tur­ver­bun­den­heit präg­te die Bärt­leins schon ein Leben lang: Zu­nächst als Rei­ter in der Frän­ki­schen Schweiz un­ter­wegs, bau­ten sie sich nach und nach einen klei­nen Hof aus, spä­ter ad­op­tier­ten sie 50 Kän­gu­rus von einem afri­ka­ni­schen Di­plo­ma­ten, der in Not ge­ra­ten war. Auch als Ka­jak­fah­rer, Höh­len­for­scher und Klet­te­rer waren sie un­ter­wegs, und im Jahr 2000 mach­te Ro­bert Bärt­lein den Jagd­schein. Seit­dem wuchs sein In­ter­es­se an der Wild­kü­che. Heute lie­fert der pas­sio­nier­te Jäger den Groß­teil der »Roh­stof­fe« selbst und ga­ran­tiert beste Qua­li­tät. Das Fleisch der Wild­tie­re be­rei­tet er ei­gen­hän­dig zu, »da ist keine Sehne dran und kein Zu­satz­stoff«. Manch­mal lässt er vom Metz­ger sei­nes Ver­trau­ens eine Wild­sa­la­mi oder Wild­schwein­schin­ken her­stel­len. Das macht zwar viel Ar­beit, aber das Ge­schmacks­er­leb­nis ist fan­tas­tisch.

Forsterstube, Pottenstein
Bei den Bärt­leins hilft die ge­sam­te Fa­mi­lie mit (Foto: Emil Be­zold).
Da­ne­ben frönt Ro­bert Bärt­lein noch einem an­de­ren Hobby: dem Block­haus­bau. Für In­ter­es­sier­te bie­tet er ab und zu mit dem Block­haus­bau­er Ralf Pfir­sich Rund­stamm­kur­se an. Eine Kost­pro­be sei­ner Ar­beit gibt es in der Gast­stu­be zu sehen: Da rei­hen sich le­bens­gro­ße Tierskulp­tu­ren aus Fich­ten­holz an­ein­an­der, die er selbst mit der Mo­tor­sä­ge ge­schaf­fen hat und die zu­sam­men mit der uri­gen Holz­ein­rich­tung für Ge­müt­lich­keit sor­gen. Be­son­ders stolz sind die Bärt­leins auf ihren Hei­ßen Tisch, eine Feu­er­stel­le, an der es sich be­quem sit­zen, ko­chen und essen lässt. Der Gast wählt zwi­schen den Zu­ta­ten, um diese dann auf einer wok­ar­ti­gen Plat­te zu bra­ten und zu ge­nie­ßen. Ro­bert Bärt­lein steht parat mit Co­gnac und Weiß­wein und hilft beim Ab­lö­schen. »Das Ge­sel­li­ge ist das Be­son­de­re dabei«, er­klärt Maria Bärt­lein, »man kann immer mal pau­sie­ren, ein Schnäps­le trin­ken und das, was einem nicht schmeckt, zum Nach­barn schie­ben.« Und wenn es spät ge­wor­den ist in der Forster­stu­be, dann laden ne­ben­an sechs ge­müt­li­che Fe­ri­en­woh­nun­gen zum Über­nach­ten.