Nikl-Bräu

Pretzfeld

Nikl-Bräu, Pretzfeld
…und sonn­tags gibt es Brä­ten in der Nikl Bräu. In­ha­ber und Bräu­er Mike Sch­mitt und seine Frau Alex­an­dra ma­chen Ap­pe­tit auf Jura-Lamm. Aber vor­her die Saure Lende pro­bie­ren… (Foto: Mike Wutt­ke)
Ein jun­ges Paar, der Bräu­er und Wirt Mike Sch­mitt sowie seine Frau und Kü­chen­che­fin Alex­an­dra, set­zen bei ihrem »Gscheit gut«-Vor­schlag auf ein Fa­mi­li­en­re­zept – gute Vor­aus­set­zun­gen, auf die »Saure Lende mit Sau­er­kraut und Kloß« neu­gie­rig zu sein, die sie in ihrem Braue­rei-Lokal immer am Sams­tag an­bie­ten. Und zwar wird die Lende mit Schwar­te in einem Sud ge­kocht, den man auch für die »Blau­en Zip­fel« (ge­sot­te­ne Brat­würs­te) mit Essig, Pe­ter­si­lie und Zwie­beln an­setzt. Vor dem Ser­vie­ren wird die Schwar­te ent­fernt und der Sud auf Soße ein­ge­dickt. Das Re­zept stammt aus der Fa­mi­lie des Ur­groß­va­ters Hans Kraus, der mit sei­nem Haus­na­men »Nikl« dem 2008 in Pretz­feld neu er­öff­ne­ten Lokal auch den Namen für das Bier und die Wirt­schaft ge­ge­ben hat. »Nikls« Schwes­ter hat die Saure Lende im Pretz­fel­der Schloss ge­kocht. Der reine Fa­mi­li­en­be­trieb (»alles hilft zamm« sagen die Fran­ken) bie­tet feste Ta­ges­ge­rich­te an: Don­ners­tag Bohna­kern, Frei­tag Fisch, Sams­tag Saure Lende, Sonn­tag Brä­ten und am Mon­tag Rif­fa­la. Auch die Ku­chen und Tor­ten wer­den im Fa­mi­li­en­kreis ge­ba­cken. (Mike Wutt­ke)

Re­por­ta­ge

Portrait Kristina RothOb es spä­ter das Micha­la, ein dunk­les Kel­ler­bier, oder das Zwickl, ein hel­les Lager wird, er­kennt die un­ge­schul­te Nase wohl nicht auf An­hieb. Aber dass es wie­der frisch ge­brau­tes Bier gibt, liegt in der Luft, wenn man die Gast­stu­be des Nickl-Bräu be­tritt. Seit Ok­to­ber 2008 ist die Bier­re­gi­on Ober­fran­ken um eine Braue­rei rei­cher. In Pretz­feld, im Land­kreis Forch­heim, steht der Fa­mi­li­en­be­trieb von Mike Sch­mitt, in wel­chem der junge Brau­meis­ter sein un­fil­trier­tes Bier braut und die Frau­en im Haus sich um die ku­li­na­ri­schen Köst­lich­kei­ten küm­mern.

Be­son­ders stolz kön­nen sie auf ihre »Saure Lende mit Sau­er­kraut und Kloß« sein. Die­ses Re­zept stammt noch vom Uropa und ist gut 100 Jahre alt. Jetzt er­lebt es eine Re­nais­sance, und wäh­rend sich der Gast die Lende in wür­zi­ger Soße schme­cken lässt, kann er Mike Sch­mitt durch die Fens­ter im Gast­raum beim Brau­en be­ob­ach­ten. Da macht das Essen dop­pelt Spaß.

Zu­sätz­lich zu den zwei Dau­er­bren­nern Dun­kel und Hell gibt es zu den un­ter­schied­li­chen Jah­res­zei­ten wech­seln­de Spe­zi­al­bie­re. Im März geht’s los mit dem Rauch­bier, dann im Mai mit dem Bock. Pas­send zur Kärwa wird im Juli Fest­bier ge­braut. Wei­zen­lieb­ha­ber kom­men im Au­gust und Sep­tem­ber auf ihre Kos­ten, und um die stil­le Zeit des Jah­res herum sorgt das Weih­nachts­bier für die rich­ti­ge Stim­mung.

Der Bezug zur Re­gi­on ist Mike Sch­mitt wich­tig. Im Ge­mein­de­back­ofen von Pretz­feld backt die Mut­ter re­gel­mä­ßig fri­sches Brot. Obst und Ge­mü­se kom­men ent­we­der aus dem hei­mi­schen Gar­ten oder vom Bau­ern ne­ben­an, und den Schnaps, der nach dem Essen so gut­tut, brennt der Nach­bar.

Beim Fleisch für die Ge­rich­te schaut die Fa­mi­lie dar­auf, wo es her­kommt. Bei der zu­lie­fern­den Metz­ge­rei kön­nen sich die Kö­chin­nen und somit auch die Gäste dar­auf ver­las­sen, dass das Fleisch in höchs­ter Qua­li­tät aus der Re­gi­on der Frän­ki­schen Schweiz kommt.

Mike Sch­mitt plant für die­ses Jahr einen Umbau im Be­trieb: Die Braue­rei soll ins Ne­ben­ge­bäu­de zie­hen, damit so sein Traum von einer Schau­braue­rei ver­wirk­licht wer­den kann. Hier kön­nen sich dann wahre Bier­freun­de zu Brau­kur­sen an­mel­den und aus­pro­bie­ren, ob ihr Bier auch so le­cker schmeckt wie in der Braue­rei Nikl. (Kris­ti­na Roth)

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