Frank’s Land­gast­haus

Thurnau

Frank's Landgasthaus, Thurnau
Der ge­müt­li­che Land­gast­hof mit schat­ti­gem Bier­gar­ten (Foto: Emil Be­zold).
Auf dem Tisch liegt duf­ten­des Ba­si­li­kum. Mit wei­ßer Schür­ze be­klei­det, steht Frank Ei­sen­hut in der Küche sei­nes Lo­kals und be­rei­tet mit viel Hin­ga­be eine be­son­de­re Vor­spei­se zu: Er vier­telt To­ma­ten, wür­felt Brot, rös­tet es in einer Pfan­ne gold­braun, pü­riert Ba­si­li­kum zu­sam­men mit Sahne und schmeckt das Dres­sing mit Li­met­ten­saft ab. In ein Glas ge­schich­tet, ist das Ganze ein wun­der­ba­rer frän­kisch-me­di­ter­ra­ner Me­nüauf­takt. »Krea­tiv zu sein, macht den be­son­de­ren Spaß beim Ko­chen aus«, meint dazu der Gast­wirt.

Frank's Landgasthaus, Thurnau
»Wir kau­fen re­gio­nal ein und reden nicht nur dar­über« be­tont Frank Ei­sen­hut (Foto: Emil Be­zold).
Frank Ei­sen­hut be­treibt seit 2010 das klei­ne Land­gast­haus am Rande von Thurnau im Orts­teil Bern­dorf. Seine Phi­lo­so­phie ist ein­fach: »Immer mit den fri­sches­ten Zu­ta­ten ar­bei­ten!« Einem Fest der Sinne kommt es daher gleich, wenn einem der süß­li­che Duft blau­er Zwetsch­gen, das wür­zi­ge Aroma von Lor­beer und Kren (Meer­ret­tich) und der in­ten­si­ve Ge­ruch von grü­nem Thy­mi­an in die Nase steigt. Alles hier in der Küche scheint nur dar­auf zu war­ten, fan­ta­sie­reich ver­ar­bei­tet zu wer­den. Ins Schwär­men gerät Frank Ei­sen­hut, wenn er von über­lie­fer­ten Zu­be­rei­tungs­ar­ten wie dem Ein­ko­chen von Fleisch spricht. Dazu passt auch sein In­ter­es­se an Bee­ren und Kräu­tern, Wur­zeln und Pil­zen. »Wir kau­fen re­gio­nal ein und reden nicht nur dar­über«, be­tont der freund­li­che Gast­wirt.


Frank's Landgasthaus, Thurnau
Frän­kisch mit me­di­ter­ra­ner Note: der kräu­ter­fri­sche Brotsa­lat ist eine Krea­ti­on des Kü­chen­chefs (Foto: Emil Be­zold).
Doch bevor Frank Ei­sen­hut zum Gast­wirt wurde, hatte er viele Schwie­rig­kei­ten zu be­wäl­ti­gen. Ein Un­fall im Jahr 2008 hatte sein Leben ra­di­kal ge­än­dert: Zeit­wei­se ge­lähmt und ans Bett ge­fes­selt, be­sann er sich nun auf das, was ihm schon immer Spaß ge­macht hatte: Ko­chen. Zwar hatte er schon seit Jah­ren in sei­ner Frei­zeit einen klei­nen Ca­te­ring­ser­vice be­trie­ben und manch­mal bis zu 90 Gäste mit selbst­ge­räu­cher­ten Fo­rel­len ver­sorgt, aber der Mut zur wirk­li­chen Selbst­stän­dig­keit hatte bis dahin ge­fehlt. Doch nach über­stan­de­ner Krise mit neuer Wil­lens­kraft aus­ge­stat­tet, war es be­schlos­se­ne Sache: Der Traum vom ei­ge­nen Re­stau­rant soll­te Wirk­lich­keit wer­den.

Frank's Landgasthaus, Thurnau
Zwetsch­gen­knö­del wer­den bei Frank Ei­sen­hut raf­fi­niert mit Ama­ret­ti-Zimt­but­ter ver­fei­nert (Foto: Emil Be­zold).
Ein ge­eig­ne­tes Lokal war bald ge­fun­den, al­ler­dings ver­lang­te der mi­se­ra­ble Zu­stand des Hau­ses aus dem Jahr 1832 nach kom­plet­ter Sa­nie­rung. Frank Ei­sen­hut mach­te sich mit gro­ßer Sorg­falt daran, mög­lichst viele Teile des alten Ge­bäu­des zu er­hal­ten, um die Aura der alten Räume spür­bar zu ma­chen. Na­tur­be­las­se­ner Die­len­bo­den aus Ul­men­holz, eine alte Holz­ver­tä­fe­lung und ori­gi­nal er­hal­te­ne Kir­chen­bän­ke schaf­fen die Ge­müt­lich­keit in dem re­no­vier­ten Haus, die für Fa­mi­li­en, Paare und Ge­schäfts­rei­sen­de glei­cher­ma­ßen an­zie­hend wirkt. Auch Hunde dür­fen mit­ge­bracht wer­den. »Ich will, dass sich meine Gäste bei mir wohl­füh­len, sie sol­len sit­zen­blei­ben und sich er­ho­len«, be­tont Frank Ei­sen­hut.

Für die­je­ni­gen, die nicht aus­ru­hen wol­len, bie­tet der am­bi­tio­nier­te Koch je­doch re­gel­mä­ßig Wein­se­mi­na­re und jah­res­zeit­lich ab­ge­stimm­te Koch­kur­se an. Manch­mal lässt er sogar einen Pup­pen­spie­ler auf­tre­ten oder or­ga­ni­siert Tan­goaben­de. Ein wirk­lich un­ter­halt­sa­mes Land­gast­haus! Und wer ein­mal hier war, wird zudem fest­stel­len: Die Küche des krea­ti­ven Wir­tes über­zeugt bei jedem Bis­sen.