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Tour 4 - Ajuda

 
Diese Tour beginnt im Stadtteil Ajuda im Westen Lissabons (zu erreichen z.B. mit der Straßenbahn 18 ab der Praça do Comércio):
 
Der Stadtteil, nördlich von Belém gelegen, wirkt mit seinen einfachen, einstöckigen Häusern wie eine Kleinstadt, manchmal sogar wie ein Dorf. Über Ajuda thronen das Königsschloss Palácio Nacional da Ajuda und weiter im Westen der Friedhof Cemitério da Ajuda.
 
Markt im Stadtteil Ajuda
Foto: Johannes Beck
 
Die Hauptsehenswürdigkeit Ajudas ist der ehemalige Königspalast Palácio Nacional da Ajuda:
 
Dies ist der Palast der letzten portugiesischen Könige. Sein Grundstein wurde im Jahr 1802 gelegt; an seiner Stelle standen zuvor Holzbarracken, die sogenannten Barracas Reais, in die sich die königliche Familie aus Angst vor Erdbeben zurückgezogen hatte. Als König João 1807 nach Brasilien floh, ruhten die Bauarbeiten; erst unter König Dom Luís wurden sie fortgeführt. 1861 zog die königliche Familie in den neoklassizistischen Palast, dessen Westflügel nie ganz vollendet wurde. Das Gebäude wird heute vom portugiesischen Präsidenten für Zeremonien und Festbankette genutzt. Außerdem hat hier das Kulturministerium seinen Sitz gefunden.

Ausgestattet mit einer Fülle von Möbelstücken und wichtigen Kunstwerken des 19. Jhs., ist der riesige weiße Bau, inmitten großzügig angelegter Grünanlagen, eine echte Sehenswürdigkeit. Im Osteingang stehen große Statuen aus der Schule von Machado de Castro, welche die Tugenden repräsentieren. Im unteren Geschoß kann man die Gemächer von König und Königin bewundern, letzteres ganz in Blau mit einem riesigen Himmelbett. Der Wintergarten mit seinen schlichten Steinwänden bildet einen Kontrast zu den übrigen Zimmern, die mit prächtigen Wandteppichen, großen Bildern und Kronleuchtern ausgestattet sind.

Im oberen Stockwerk liegt die Kunstgalerie von König Dom Luís, ganz in dunklem Holz gehalten. Inspirieren ließ sich der König sicher von dem prächtigen Tejoblick. Anschließend folgen nach 130 m Korridor der prächtige Kronsaal und zwei Ballsäle mit riesigen Gemälde, glitzernden Kronleuchtern und hohen Decken.
 
Gleich unterhalb des ehemaligen Königspalastes, in der Calçada de Ajuda, liegt übrigens ein Botanischer Garten mit Brunnen. Der Jardim Botânico da Ajuda wurde vom Marquês de Pombal, Premierminister Portugals Mitte des 18. Jahrhunderts, angelegt und gehört seit 1910 zum Instituto Superior de Agronomia der Universidade Técnica de Lisboa. Im Schatten der exakt gestutzten Hecken und einiger seltener tropischer Bäume streiten sich alte Männer beim Kartenspiel und toben eine Menge Kinder herum.
 
Etwas unterhalb des Jardim Botânico da Ajuda liegt in der Calçada do Galvão die Igreja da Memória, eine schöne neoklassizistische Kirche aus dem Jahr 1760. Errichtet wurde sie zum Gedenken (Memória) an die angebliche Hilfe Marias bei der Verhinderung des Attentats auf König Dom José I. 1923 wurden auch die sterblichen Überreste von Sebastião José de Carvalho e Melo, dem Marquês de Pombal, hierhergebracht. Er war zur Zeit des Attentats auf König Dom José I. Premierminister Portugals gewesen.
 

 

Autor Johannes Beck

 

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