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Tour 7 - Estoril und Cascais

 
Unser Ausgangspunkt ist der Bahnhof Cais do Sodré, von dem wir mit der Linha de Cascais in den mondänen Badeort Estoril im Westen Lissabons fahren:
 
Die Linha de Cascais erstreckt sich im Westen Lissabons entlang des Tejo und der Meeresküste. In den Kreisen Oeiras und Cascais befinden sich die teuersten Wohngebiete in der Umgebung der Metropole. Ihr angenehmes Klima und die Lage an der Küste in nächster Nähe zu Lissabon machen diese Region so attraktiv.

Zahlreiche wunderschöne herrschaftliche Paläste und Villen mit großen Gärten gilt es hier zu entdecken. Die Gegend hat wenige Sehenswürdigkeiten im eigentlichen Sinn zu bieten, doch beeindruckt sie in ihrer Gesamtheit.

Die Linha de Cascais gilt als privilegierte Wohngegend; dies dürfte auch die vielen Ausländer dazu bewogen haben, sich hier und nicht direkt in Lissabon niederzulassen. Besonders Engländer und Deutsche findet man an der Linha de Cascais sehr häufig, insbesondere in Estoril, wo es sogar eine deutsche Grundschule gibt. Das Klima ist hier sehr angenehm: Der Atlantik sorgt dafür, daß es im Winter nicht zu kalt und im Sommer nicht zu warm wird; auch die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sind dadurch nicht so extrem. Die Serra de Sintra im Norden der Küste hält viele Wolken und Regengüsse von der Costa do Estoril fern - so ist die meiste Zeit des Jahres Badewetter. An den kleinen Sandstränden entlang der ganzen Küste ist Baden zwar wegen der zweifelhaften Wasserqualität erst ab Carcavelos empfehlenswert; sie sind jedoch alle sehr schön.
 

Beliebter Strand an der Linha de Cascais:
Praia do Tamariz in Estoril

Foto: Johannes Beck

 
Nach ca. 30 Minuten schöner Zugfahrt entlang der Küste erreichen wir Estoril:
 
Estoril ist der Nobelbadeort Portugals, mit viel Grün und Luxus. Hier findet man Hotels der gehobenen Kategorie und aufwendig gebaute, herrschaftliche Villen aus den 30er Jahren. Der Ort mit dem bekanntesten Casino Portugals wird gerne als Beverly Hills von Lissabon bezeichnet.

Hier begann Portugals Tourismus. Zu den ersten internationalen Touristen an der Lissabonner Costa do Sol zählten abgedankte Könige, als viele Länder Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Schritt von der Monarchie zur Republik schafften. Auch der spanische König Alfonso XIII. kam nach Ende des zweiten Weltkriegs 1946 hierher ins Exil.
 
Estorils Zentrum wird vom Casino und seinem Palmen-Park dominiert. Nachts ist der Garten eine in Flutlicht getauchte Oase, am oberen Ende thront das Glasbeton-Spielcasino.

Eigentlich gibt es nur eine kunsthistorische Sehenswürdigkeit in Estoril: Das Salesianerkloster mit seiner Schule, unweit des Turismo an der Avenida Marginal gelegen, besitzt eine sehr schöne Kirche (Igreja de Santo António), in der schlichte blau-weiße Azulejos mit Szenen aus dem Leben des hl. Antonius zu bewundern sind. Im Kontrast dazu steht der barocke, goldüberladene Hochaltar.

Besonders im Stadtteil Monte Estoril, auf einem Hügel zwischen Estoril und Cascais gelegen, sind zahlreiche wunderschöne Villen in allen möglichen Baustilen zu entdecken. Die Palette reicht von norwegisch bis neomanuelinisch. Einige der Paläste stehen leider leer, und schon zu viele mussten großen hässlichen Appartements- und Hotelneubauten weichen.
 

Blick vom Bahnhof Estoril auf den Park des Casinos
Foto: Michael Böhme

 

 

Autor Johannes Beck

 

© 2007, Verlag Michael Müller, Gerberei 19, 91054 Erlangen.
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