| Re: José Saramago ist tot Hallo Christian,
danke für das interessante Feedback, über das ich mich gefreut habe. José Saramago ist – für einen portugiesischen Schriftsteller – in Deutschland schon ein Begriff. Viel bedenklicher steht es da aus meiner Sicht um Fernando Pessoa, der selbst vielen Lissabonreisenden nichts sagt. Dabei gehört er definitiv zu den Großen der Literatur des 20. Jahrhunderts. Auch ein Buch wie der Bestseller »Nachtzug nach Lissabon« hat daran kaum etwas geändert. Das Buch hat viele begeisterte Leser nach Lissabon geführt, nicht aber zur portugiesischen Literatur, was übrigens nicht verwundert, da diese im Buch ja bis auf den kurz erwähnten Pessoa inexistent ist, leider.
Zu nennen wären hier z.B. auch Lídia Jorge, u.a. »Die Decke des Soldaten«, ferner José Cardoso Pires und Miguel Torga, und hier z.B. »Die Erschaffung der Welt«, ein autobiographisches Zeitporträt von 1937 bis 1981, und, claro, Antonio Lobo Antunes.
Interessant zum Thema »Nelkenrevolution und die letzten Jahre der Diktatur« sind die »Portugiesischen Tagebücher« von Curt Meyer-Clason, der von 1969 bis 1975 Leiter des Goethe-Instituts von Lissabon war und dieses in jenen Jahren »em clandestino« zu einem der raren Begegnungsorte für die oppositionellen Intellektuellen Portugals umfunktioniert hat. Seine Erfahrungen in jener Zeit lesen sich sehr spannend und geben ein schonungsloses Gesellschaftsbild.
Ich selbst mache in Lissabon Führungen zum Thema »Nelkenrevolution/Portugal im 20. Jhd.« und habe mich intensiver auch mit der Situation der Flüchtlinge in Portugal, die in den 30er und 40er Jahren aus Deutschland und aus den von den Nazis besetzten Gebieten geflohen waren, beschäftigt, ein Thema, das mich sehr interessiert. »Portugiesische Tagebücher« von C. Meyer-Clason
Stadtführung »Von der Nelkenrevolution bis heute«
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