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Casa Feria
Bis zu 12.000 Liter jährlich. Die älteste
funktionierende Ölpresse Spaniens
Casa Feria - Ferienhäuser, Landhäuser und FerienwohnungenVeronica Frenzel, die in Málaga lebt und arbeitet, ist nicht nur für Casa Feria unterwegs, um schöne, neue Unterkünfte zu finden, demnächst tritt sie auch als Autorin für den Michael Müller Verlag in Erscheinung: ihr Wanderführer zu Andalusien wird in wenigen Monaten erscheinen. Auf einer ihrer Erkundungstouren ist sie auf eine alte Ölmühle gestoßen: In Benalgabón füllt der Besitzer Nacho Pérez das ökologische Produkt für Besucher direkt vom Tank in Glasflaschen ab; ein Rundgang auf dem Gelände ist inbegriffen.

Eine Ölmühle hat Casa Feria zwar noch nicht im Programm, aber romantische Fincas und Dorfhäuser für echten andalusischen Landurlaub können Sie bei uns schon buchen. Ferienhäuser Andalusien. Was Sie sonst noch im Süden Spaniens erleben können, finden Sie im topaktuellen Reisebuch von Thomas Schröder: »Andalusien« (8. Auflage 2009 plus herausnehmbare Karte).


Die wahrscheinlich am längsten funktionierende mechanische Ölpresse Spaniens steht in Benalgabón, einem kleinen südspanischen Dorf in der Nähe von El Rincón de la Victoria. Hat man es durch die verwinkelten Straßen und weißen Häuser des Weilers zum Tor der Ölmühle geschafft, schlägt einem sofort der intensive Duft von frisch gepresstem Olivenöl entgegen. Im Innenhof läuft der Besitzer Nacho Pérez geschäftig umher und kontrolliert, ob alles nach Plan geht. Seine Bluejeans sind schwarz und ölig, genauso wie seine Hände und das ursprünglich blaue Poloshirt.
Das Anwesen ist klein und schmiegt sich an die dicht an dicht gedrängten Häuser. Alle Maschinen, die zur Verarbeitung der Oliven notwendig sind, passen in einen Raum. Die Tür steht immer offen und jeder Interessierte kann sich von Nacho Pérez erklären lassen, wie er das Öl herstellt. Von frühmorgens bis spätabends ist er nämlich in seiner Mühle. Auch am Wochenende fährt der Familienvater von seinem Wohnort Málaga nach Benalgabón, denn dann kommen die meisten Kunden. »Die Arbeit muss einem wirklich Spaß machen, sonst hält man es nicht lange aus«, gibt Pérez zu.


Ein ökologisches Produkt, zapffrisch aus dem Tank

Über den Dächern von Benalgábon
Ihm muss es Spaß machen, denn er ist schon seit vier Jahren dabei. Damals hat er die Mühle übernommen, die bereits seit einem halben Jahrhundert in Besitz der Familie Pérez ist. Sein Großvater hatte die Ölmühle Mitte der 50er Jahre gekauft. Seitdem hat sich dort fast nichts verändert. Nacho Pérez verarbeitet die Oliven noch mit denselben Maschinen und auf dieselbe Art wie sein Vorfahre. Das heißt, er presst das Öl kalt und setzt es dabei nur einem geringen Druck aus. »Dadurch bleiben die Nährstoffe der Oliven erhalten«, erklärt er den Vorteil dieses Verfahrens. Die Oliven, die er verwendet, kommen außerdem aus biologischem Anbau von den Olivenbäumen um Benalgabón. »Ich habe zwar nicht das Biosiegel, weil sich das für meinen Ertrag nicht lohnt, aber ich erfülle alle Kriterien, um das Produkt ökologisch zu nennen«, erklärt er stolz. Je nach Ernte produziert Pérez 10-12.000 Liter Olivenöl jedes Jahr. Das ist im Vergleich zu den Mengen, die große Firmen herstellen, sehr wenig. Aber auch für diese Menge muss Pérez in den drei Monaten nach der Olivenernte, von Ende November bis Februar, täglich mehr als zwölf Stunden arbeiten. Gleichwohl reicht das Öl, das er für knapp fünf Euro den Liter verkauft, nicht mehr aus, um alle Abnehmer zu bedienen.

Die grünen und schwarzen Oliven fallen von einem kleinen Förderband im Innenhof der Mühle auf eine Waage. Nachdem sie gewogen sind, bringt Nacho Pérez die Oliven zu einer Walze, in der sie grob gemahlen werden. Danach wird die Masse zu einer Paste gerührt. Von dort gibt er die dicke Olivenmasse in die Presse. Sie besteht aus mehreren Schichten von grob geflochtenem Plastikmatten, zwischen denen die teigartige Paste gelagert wird. Von oben wird dann ein Gewicht auf die Matten gedrückt, um das Öl aus der Masse zu pressen. Ein Behälter fängt das heruntertropfende Öl auf und führt es durch Rohre weiter in das erste von fünf Becken. »Da das Öl leichter als die anderen Materialien ist, die das Öl nach der Pressung noch enthält, läuft es in den nächsten Behälter«, erklärt Pérez. Erst wenn das Öl im fünften Becken angekommen ist, ist es rein genug, um in den Speicherbehälter gelagert zu werden. Wenn Käufer zu ihm kommen, füllt er das Öl direkt vom Speicher in Glasflaschen ab.


Erstklassige Ware, nicht nur für deutsche Urlauber

Der Olivenmann Nacho Pérez
Als der 29-jährige Nacho die Mühle nach dem Tod seines Vaters übernahm, hatte er mit Oliven nicht viel zu tun. »Ich habe mich im wahrsten Sinne des Wortes ins kalte Wasser geworfen«, erinnert er sich. Eine Maschine explodierte, er fiel in den Ölspeicher und rutschte unzählige Male auf dem glitschigen Boden aus. Doch er hat alles gut überstanden und bereut es nicht, sich für die Mühle entschieden zu haben, im Gegenteil. »Heute bin ich stolz auf mein Öl, ich stehe absolut hinter dem Produkt.«
Ganz ohne Werbung hat er die Menge und den Umsatz der Mühle seit der Übernahme von seinem Vater beachtlich gesteigert. »Am meisten haben mir dabei meine deutschen Kunden geholfen. Seit ich dem ersten eine Flasche Olivenöl verkauft habe, kommen immer mehr. Es scheint sich herumzusprechen«, freut sich der sympathische Ölmüller, zumal inzwischen auch Engländer, Holländer und viele andere ausländische Residenten bei ihm vorbeischauen. Der Großteil der Abnehmer sind aber immer noch Deutsche.
Erst vor kurzem kam einer vorbei, der die ganze Produktion aufkaufen wollte, um sie in der Bundesrepublik zu vermarkten. »Das kann ich aber nicht machen, ich würde meine anderen Kunden sehr enttäuschen.« Allerdings ist Nacho durch dieses Erlebnis klar, dass er die Produktion erhöhen will. »Ich werde noch eine weitere Presse anschaffen und den Speicherplatz etwas vergrößern«, plant er bescheiden. »Das muss reichen, denn das Wichtigste ist die Qualität des Öls.«


Weitere Infos:

Vieles mehr über die südspanische Urlaubsregion kann man im Reiseführer »Andalusien« (8. Auflage 2009 plus herausnehmbare Karte!) von Thomas Schröder erfahren. Reiseführer »Andalusien«

 Reiseführer »Andalusien«

Und über die Ferienhausvermittlung des Michael Müller Verlags, Casa Feria (www.casa-feria.de), findet jeder die passende Unterkunft für sich – vom einfachen Studio bis zur Luxusvilla. Unser letzter Neuzugang ist übrigens ein Häuschen direkt an der ruhigen Strandpromenade von Rincón de la Victoria, einem hauptsächlich von spanischen Familien besuchten, sympathischen Urlaubsort an der Costa del Sol, der Sonnenküste.

 Casa Andalucía

 Ferienhäuser in Andalusien

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