Ein Blick hin­ter die Ku­lis­sen
der neuen mmtra­vel® App

8 Fra­gen an App-Ent­wick­ler Tho­mas Ar­nold

Nerds – frü­her waren das die Typen, die im Schul­hof immer al­lei­ne stan­den, heute sind sie die heim­li­chen Herr­scher des Pla­ne­ten. Kath­rin Etzel, un­se­re Face­boo­kre­dak­teu­rin, hat mit Tho­mas Ar­nold ge­spro­chen, einem der fünf Ver­lags-Nerds, Ver­zei­hung, -Pro­gram­mie­rer. Dabei ging es, ganz kon­kret, um die neuen Funk­tio­nen der neuen App, doch auch darum, wie viel Kaf­fee und Pizza zu au­ßer­ge­wöhn­li­chen Leis­tun­gen nötig sind und wes­halb uns die Ent­wick­ler manch­mal nicht hören, ob­wohl wir vor ihnen ste­hen und LAUT mit ihnen spre­chen …

1. In­ter­ak­ti­ve GPS-Karte, Of­fline-Ver­füg­bar­keit, Ab­spei­chern von Fa­vo­ri­ten, Voll­text­su­che – die ak­tu­el­le mmtra­vel® App bie­tet ihren Nut­zern be­reits eine Viel­zahl an Funk­tio­nen. Warum wird die App über­haupt kom­plett über­ar­bei­tet?

Thomas Arnold, einer der fünf Verlags-Nerds, tschuldigung, Programmierer, die an der neuen App herumschrauben (Foto: Tweet Orlanes-Weck)
Tho­mas Ar­nold, einer der fünf Ver­lags-Nerds, tschul­di­gung, Pro­gram­mie­rer, die an der neuen App her­um­schrau­ben (Foto: Tweet Or­la­nes-Weck)
Die mmtra­vel® App wurde ja auch schon vor der jetzt an­ste­hen­den Kom­plett­über­ar­bei­tung stän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt. Das hat bis­her einen enor­men Auf­wand be­deu­tet, da die App auf den gro­ßen Platt­for­men (iOS und An­dro­id) zur Ver­fü­gung steht und die Pro­gram­mie­rung in drei ver­schie­de­nen Pro­gram­mier­spra­chen ge­sche­hen ist.
Mit der neuen App wird sich das än­dern! Denn nun pro­gram­mie­ren wir mit der platt­for­mun­ab­hän­gi­gen Tech­no­lo­gie »Xa­ma­rin«. Dank »Xa­ma­rin« ist es mög­lich, die App mit einer ein­zi­gen Pro­gram­mier­spra­che für alle denk­ba­ren End­ge­rä­te – sogar für den Desk­top oder die Xbox – zu ent­wi­ckeln. Das ist (zu­min­dest hin­ter den Ku­lis­sen) die wohl größ­te Neue­rung, die uns fit für die Zu­kunft macht und dabei hilft, spä­te­re Wei­ter­ent­wick­lun­gen schnel­ler und ein­fa­cher um­zu­set­zen.
Und na­tür­lich wird es auch ein neues De­sign geben, die In­hal­te und Funk­tio­nen der App wer­den über­ar­bei­tet, alles steht auf dem Prüf­stand der sog. Usa­bi­li­ty …


2. Kannst du uns dazu schon mehr ver­ra­ten?

Ins­ge­samt ist die neue App »auf­ge­räum­ter«, sie kommt mit einem fri­sche­ren, zeit­ge­mä­ßen De­sign daher. Sie ist viel we­ni­ger eine bloße di­gi­ta­le Aus­ga­be des Bu­ches – wobei der kom­plet­te In­halt na­tür­lich wei­ter­hin in der App vor­han­den ist.
Die Na­vi­ga­ti­on in­ner­halb der App ist über­sicht­li­cher, ein­fa­cher und trotz­dem ste­hen dem Nut­zer mehr Funk­tio­nen zur Ver­fü­gung.


3. Die neue mmtra­vel® App wird also noch mehr Funk­tio­nen ent­hal­ten als ihre Vor­gän­ge­rin. Woher kamen die Ideen dafür und wie wurde ei­gent­lich ent­schie­den, was die App in Zu­kunft kön­nen soll?

Die Wün­sche und Ideen für neue Funk­tio­nen kamen zum Teil aus dem Kun­den­sup­port, zum Teil von Ver­lags­mit­ar­bei­tern und na­tür­lich von uns Ent­wick­lern selbst. Au­ßer­dem haben wir ja im letz­ten Jahr eine Kun­den­um­fra­ge ge­star­tet, durch die wir eben­falls viele An­re­gun­gen be­kom­men haben.
Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung, wel­che Funk­ti­on auf­ge­nom­men wird und wel­che nicht, war na­tür­lich nicht ganz so leicht. Hier galt es dann vor allem, zwi­schen Auf­wand, Mach­bar­keit und Nut­zen ab­zu­wä­gen.


4. Jetzt aber mal ganz kon­kret: Wel­che neue Funk­ti­on ge­fällt dir am bes­ten?

Da gibt es ei­ni­ge: das Scrol­len durch das ge­sam­te Buch, die neue Mar­kier- und No­tiz­funk­ti­on, das Clus­te­ring, also die Bün­de­lung von POIs in der Karte und die neue Na­vi­ga­ti­on durch die App. Zu viel möch­te ich da aber noch nicht ver­ra­ten!


5. Und wel­ches »Spe­zi­al­fea­ture« wür­dest du gerne noch zu­sätz­lich ein­bau­en?

Gera­de gibt es ja einen to­ta­len Hype um die App »Po­ké­mon Go«. Diese App ar­bei­tet mit »Aug­men­ted Rea­li­ty«, also er­wei­ter­ter Rea­li­tät – und so etwas wäre auch in einer Reise-App ein wirk­lich tol­les Fea­tu­re! Stell dir vor, du stehst in einer frem­den Stadt vor einer Se­hens­wür­dig­keit, rich­test dein Smart­pho­ne dar­auf und die App er­kennt au­to­ma­tisch, um wel­che Se­hens­wür­dig­keit es sich han­delt und er­zählt dir etwas dazu.
Die Um­set­zung ist al­ler­dings nicht ganz tri­vi­al und würde den Rah­men für die kom­men­de App-Ver­si­on dann doch spren­gen. Aber, wer weiß, viel­leicht set­zen wir so etwas ja eines Tages tat­säch­lich um.


6. Die neue mmtra­vel® App wird mit einer ganz neuen Tech­no­lo­gie pro­gram­miert. Was ist dabei die größ­te Her­aus­for­de­rung? Und was macht am meis­ten Spaß?

Die Pro­gram­mie­rung mit der neuen Tech­no­lo­gie Xa­ma­rin ist selbst für uns Ent­wick­ler Neu­land und des­halb mit er­heb­li­chem Auf­wand ver­bun­den. Be­son­ders, wenn es darum geht, be­stimm­te De­tails oder De­si­gn­vor­ga­ben um­zu­set­zen. Die Lern­kur­ve ist dafür aber auch enorm steil. Und Ent­wick­ler lie­ben es, wenn es kniff­lig wird!
Mir per­sön­lich macht es immer am meis­ten Spaß, wenn ich mit etwas be­gin­nen kann, von dem ich am An­fang noch gar nicht weiß, wie und ob das funk­tio­niert. Aus mei­ner fast 20-jäh­ri­gen Er­fah­rung mit dem Pro­gram­mie­ren in ver­schie­dens­ten Pro­gram­mier­spra­chen und der Um­set­zung un­ter­schied­lichs­ter Soft­ware-Pro­jek­te weiß ich je­doch, dass sich immer eine Lö­sung fin­det – auch wenn die Auf­ga­be am An­fang schwer lös­bar er­scheint.


7. Ent­wick­ler ar­bei­ten ja am liebs­ten mög­lichst ab­ge­schot­tet von der Au­ßen­welt an ihren Pro­jek­ten. Wel­che Ge­heim­nis­se spie­len sich wäh­rend der Ent­wick­lung der neuen App hin­ter eurer Bü­ro­tür ab, von denen der Rest des Ver­lags (und der Welt) nichts ahnt?

Was der Rest des Ver­la­ges viel­leicht nicht ahnt, ist, wie in­ten­siv sich Micha­el Mül­ler mit den neuen Tech­no­lo­gi­en der Soft­ware-Ent­wick­lung be­schäf­tigt. Da kann es auch schon mal vor­kom­men, dass ein neues Fea­tu­re auf sei­nen Wunsch hin über den ur­sprüng­lich ge­plan­ten Um­fang hin­aus ent­wi­ckelt wird.
An­sons­ten haben wir aber ei­gent­lich keine Ge­heim­nis­se, sind al­ler­dings tat­säch­lich nicht so ge­sprächs­freu­dig bei der Ar­beit. Und wenn sich doch ein­mal je­mand zu uns ins Büro ver­irrt und wir ihn oder sie nicht wahr­neh­men, kann es auch daran lie­gen, dass wir die Kopf­hö­rer zu laut ge­stellt haben …


8. Und eine letz­te Sache würde uns auch noch in­ter­es­sie­ren: Wie viel Kaf­fee, kalte Pizza und Hirn­schmalz habt ihr wäh­rend der Ent­wick­lung der neuen App schon ver­braucht?

Kaffee und Smartphone, unabdingbare Hilfsmittel zur Entwicklung neuer App-Features … (Foto: Tweet Orlanes-Weck)
Kaf­fee und Smart­pho­ne, un­ab­ding­ba­re Hilfs­mit­tel zur Ent­wick­lung neuer App-Fea­tu­res … (Foto: Tweet Or­la­nes-Weck)
Den Kaf­fee be­kom­men ja alle Ver­lags­mit­ar­bei­ter gra­tis vom Chef zur Ver­fü­gung ge­stellt – und das ist auch gut so! Denn da fin­det pro Tag und Ent­wick­ler schon die eine oder an­de­re Tasse ihren Weg in un­se­ren Blut­kreis­lauf.
Von kal­ter Pizza müs­sen wir uns aber zum Glück nicht er­näh­ren, son­dern gehen (ganz un­kli­schee­haft) fast jeden Tag in­disch, tür­kisch, grie­chisch oder thai­län­disch essen.
Alles in allen kann man wohl sagen, dass zwar schon sehr viel Hirn­schmalz in die neue App ge­flos­sen ist, aber dank Kaf­fee und dem Ver­zicht auf kalte Pizza ist trotz­dem noch genug vor­han­den!