»Schreib doch mal was über un­se­re Apps!«

Ein Er­fah­rungs­be­richt un­se­rer Werk­stu­den­tin Frie­de­ri­ke Gün­ther zu den elek­tro­ni­schen Rei­se­füh­rern

Wir mögen den un­vor­ein­ge­nom­me­nen Blick auf die Dinge. Des­halb über­prü­fen nicht nur die Au­to­ren, Re­dak­teu­re und In­for­ma­ti­ker die elek­tro­ni­schen Rei­se­füh­rer, son­dern auch immer wie­der Test­nut­zer. Eine die­ser Nut­ze­rin­nen war un­se­re Werk­stu­den­tin Frie­de­ri­ke Gün­ther, die in Er­lan­gen Buch­wis­sen­schaft stu­diert und sich in ihrer Ba­che­lor­ar­beit mit Apps in Ver­la­gen be­schäf­tigt.


»Schreib doch mal was über un­se­re Apps!«, tönt es mir mor­gens im Büro ent­ge­gen. Das ist leich­ter ge­sagt, als getan. Be­reits seit sechs Jah­ren ver­fei­nert der Micha­el Mül­ler Ver­lag seine mo­bi­len Rei­se­füh­rer. Aber was für Apps sind das über­haupt? Und was kön­nen die?


Durch den Dschun­gel nach Er­lan­gen

Nürnberg AppDa hilft wohl nur ein Blick in die App. Also nehme ich mei­nen Kaf­fee und stel­le ihn neben das ver­lags­ei­ge­ne Ta­blet. Rot leuch­tet das mmtra­vel®-Logo. Noch ein Schluck und los geht’s!
Es öff­net sich eine bunte Über­sicht vol­ler roter und blau­er Cover, Wan­der- und Ci­ty­füh­rer fül­len den Bild­schirm. Und mit­ten­drin: der Mallor­ca-Rei­se­füh­rer. Mo­men­tan gibt es für drei ver­schie­de­ne Platt­for­men (An­dro­id, iOS) etwa 14 Wan­der­füh­rer und 30 Städ­te­füh­rer. Es wer­den ste­tig mehr. Wo stürzt man sich am bes­ten in die­sen Dschun­gel aus Wan­de­run­gen, Re­stau­rant­tipps und Stadt­tou­ren?
Ich ent­schei­de mich für die MM-City-App »Nürn­berg, Fürth, Er­lan­gen«. Da kenne ich mich aus. Meine Tasse steht schließ­lich auf einem Bü­ro­tisch in Er­lan­gen. »Nürn­berg, Fürth, Er­lan­gen ent­de­cken« wird am obe­ren Bild­schirm­rand ver­spro­chen. Da­hin­ter ver­birgt sich der ge­sam­te Rei­se­füh­rer, den in ge­druck­ter Form schon so man­cher Tou­rist durch die frän­ki­schen In­nen­städ­te ge­schleppt hat – durch­schnitt­lich zwei Tage lang, er­fah­re ich im Ka­pi­tel »Wirt­schaft«.
An­de­re Ein­trä­ge in der Über­sicht wid­men sich der Stadt­ge­schich­te, der Kul­tur und dem Nacht­le­ben oder bie­ten Tou­ren durch die drei Städ­te. Viel Pro­gramm und viel Lek­tü­re für einen zwei­tä­gi­gen Wo­chen­end­trip.


Bier­lo­ka­le und ein Herz für Re­gen­ta­ge

Wer des­we­gen nicht das ganze Buch lesen möch­te, kann im Start­me­nü be­reits eine Vor­aus­wahl tref­fen. Das pas­sen­de Hotel kann man so schnell bei den Un­ter­künf­ten fin­den, die pas­sen­de Ver­pfle­gung »duf­tet« be­reits auf dem Sym­bol »Ge­nie­ßen«. Sor­tiert nach Café, Eis­ca­fé, Fast­food, Re­stau­rant, Wein und das für Fran­ken ty­pi­sche Bier­lo­kal sind die Emp­feh­lun­gen auf­ge­lis­tet. Ein Ein­trag am Rand ver­rät mir, dass das Er­lan­ger »St­ein­bach-Bräu« nur 600 m ent­fernt ist. Der Klick dar­auf führt zum Ein­trag im Rei­se­füh­rer und der Be­schrei­bung des Bier­gar­tens.
Über­haupt Bier­gar­ten: Wann ist das Wet­ter denn wie­der so weit? Auch da hilft die App wei­ter und war­tet mit einer Wet­ter­vor­her­sa­ge für die nächs­ten fünf Tage auf. Lei­der kün­digt sie Regen für das Wo­che­nen­de an. Der Bier­gar­ten wird war­ten müs­sen, aber unter »At­trak­tiv« fin­den sich neben Bur­gen, Parks und Bau­wer­ken auch 19 (re­gen­si­che­re) Mu­se­en – das nächs­te nur 500 m ent­fernt.
Wer sich für ein Ziel ent­schie­den hat, kann es zu den Fa­vo­ri­ten hin­zu­fü­gen. Ein Klick auf das Herz-Sym­bol am un­te­ren Bild­schirm­rand zeigt die Aus­wahl auf einer Karte an. Dort kann man auch den ei­ge­nen Stand­ort und sämt­li­che um­lie­gen­de Po­ints of In­te­rest (kurz: POIs) sehen. Damit man bei all den bun­ten Sym­bo­len den Über­blick und die Ori­en­tie­rung nicht ver­liert, las­sen sie sich nach Ka­te­go­ri­en fil­tern.


Der Worte sind genug ge­wech­selt, lasst mich auch end­lich Taten sehen!

Ein Blick auf die mitt­ler­wei­le leere Tasse sagt mir: Der Worte sind genug ge­wech­selt, lasst mich auch end­lich Taten sehen! Bleibt also noch der letz­te »Här­te­test« für die App: Ich schal­te die In­ter­net­ver­bin­dung aus und gebe in die Such­leis­te »Essen und Trin­ken« ein. So­fort er­schei­nen die Tref­fer im Fließ­text und im Index. Lo­gisch, schließ­lich funk­tio­niert der di­gi­ta­le Rei­se­füh­rer kom­plett off­line und ver­mei­det so Roa­ming­kos­ten im Aus­land. Mit­hil­fe der Stand­ort­an­zei­ge und der Karte ist der nächs­te Kaf­fee nun nicht mehr weit. Es wird Zeit Nürn­berg, Fürth und Er­lan­gen nicht nur vir­tu­ell zu ent­de­cken.
Des­halb nehme ich das Ta­blet und trete aus dem Ver­lags­ge­bäu­de. Ein schnel­ler Blick auf die Karte sagt mir: Ich muss nach Osten auf die Mün­che­ner Stra­ße. Von dort lasse ich mich durch den qua­dra­ti­schen Grund­riss der Stadt zum Markt­platz lei­ten. Vor der Fas­sa­de des Schlos­ses nehme ich an einem der Ti­sche Platz. Mein Blick bleibt an einer Sta­tue hän­gen. Jeden Mor­gen komme ich hier vor­bei, aber genau an­ge­se­hen habe ich mir die Figur noch nie. Nach einer klei­nen Suche habe ich sie in der App ge­fun­den und er­fah­re: »Vor dem Schloss steht ein mit Grün­span über­zo­ge­nes Stand­bild, das 1843 an­läss­lich des 100-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­ums der Er­lan­ger Uni­ver­si­tät zu Ehren des Mark­gra­fen Fried­rich auf­ge­stellt wurde.« Dar­un­ter wid­met sich ein Ab­satz dem Ge­bäu­de ge­gen­über und dem Hu­ge­not­ten­platz, der be­reits zwi­schen den Häu­sern zu sehen ist.
Ich nehme einen Schluck Kaf­fee, ver­tie­fe mich in den Rei­se­füh­rer und lasse am Er­lan­ger Markt­platz die­sen klei­nen App-Test aus­klin­gen, der mir etwas mehr Ein­blick in »meine« Stadt und die mo­bi­len Rei­se­füh­rer des Micha­el Mül­ler Ver­lags ver­schafft hat.