Reiseführer Lissabon & Umgebung

Johannes Beck

Unterwegs mit Johannes Beck

Portrait Johannes BeckAls die por­tu­gie­si­sche Re­gie­rung im Jahr 2011 die EU um Hilfe bat, war ich sehr be­sorgt. Wie würde sich die Fi­nanz- und Schul­den­kri­se auf den Tou­ris­mus aus­wir­ken? Die Mehr­wert­steu­er wurde deut­lich er­höht – da­durch droh­te nicht nur der Gas­tro­no­mie eine Plei­te­wel­le. Und tat­säch­lich: Viele, auch jahr­zehn­te­lang eta­blier­te Lo­ka­le schlos­sen.
Doch gleich­zei­tig ent­stand auch viel Neues. Für zahl­rei­che Por­tu­gie­sen bot ge­ra­de der Tou­ris­mus eine Chan­ce, der Krise zu ent­kom­men. Stell­ver­tre­tend für die zu­pa­cken­de Ge­ne­ra­ti­on Por­tu­gals steht für mich Luís. Nach­dem sich die Aus­sich­ten bei sei­nem bis­he­ri­gen Job – er hatte Häu­ser re­no­viert – ver­schlech­tert hat­ten, be­gann er, auf sei­nem Grund­stück in Eri­ce­ira nörd­lich von Lis­sa­bon mit der Quin­ta do Da­gaio eine der au­ßer­ge­wöhn­lichs­ten Un­ter­künf­te Por­tu­gals zu er­rich­ten. In jah­re­lan­ger Hand­ar­beit baute er Mau­ern aus Na­tur­stei­nen, schlug Höh­len in Fel­sen und schnitz­te Möbel aus Alt­holz.
In Lis­sa­bon selbst haben Un­ter­neh­mer Pa­läs­te, Bahn­hö­fe und Alt­stadt­woh­nun­gen zu Hos­tels um­ge­baut. Köche fri­schen ihre Re­zep­te mit Ein­flüs­sen aus Asien und Afri­ka auf und Stadt­füh­rer bie­ten neue Tou­ren mit Fahr­rä­dern, Tuk-Tuks oder Am­phi­bi­en­fahr­zeu­gen an.
Trotz oder viel­leicht sogar wegen der Fi­nanz­kri­se ist Lis­sa­bon also le­ben­di­ger, viel­sei­ti­ger und krea­ti­ver denn je. Las­sen Sie sich über­ra­schen!