Reiseführer Katalonien

Thomas Schröder

Unterwegs mit Thomas Schröder

Portrait Thomas Schröder»Dies ist nicht Spa­ni­en« oder »Sie sind nicht in Spa­ni­en«, so lau­ten die Graf­fi­ti-Bot­schaf­ten an den Ka­ta­lo­ni­en-Rei­sen­den, die kurz hin­ter der fran­zö­si­schen Gren­ze (und der brei­te­ren Wir­kung wegen oft auf Eng­lisch) an die Fels­wän­de ge­pin­selt sind. Tat­säch­lich ver­ste­hen sich die Ka­ta­la­nen als eine ei­gen­stän­di­ge, in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der un­ter­drück­te Na­ti­on, be­grün­den dies mit ihrer ei­ge­nen Spra­che und viele Jahr­hun­der­te alten Kul­tur – und wol­len mit »Rest­spa­ni­en« nicht in einen Topf ge­wor­fen wer­den.
Bei mei­nen ers­ten Ka­ta­lo­ni­en­re­cher­chen An­fang der Neun­zi­ger­jah­re waren die meis­ten Stra­ßen­schil­der noch in Spa­nisch (Ca­stel­la­no) ge­hal­ten, mit dem ent­spre­chen­den ka­ta­la­ni­schen Aus­druck da­hin­ter. Heute ist das an­ders. Längst habe ich mich daran ge­wöhnt, »Gi­ro­na« statt »Ge­ro­na« zu sagen oder »Fi­gue­res« statt »Fi­gueras«, und auch der Ab­schieds­gruß »adéu« statt »adiós« geht mir au­to­ma­tisch über die Lip­pen. Dabei wird Aus­län­dern der Ge­brauch der »Fremd­spra­che« Spa­nisch durch­aus ver­zie­hen. Nicht scha­den kann es je­doch, ein wenig »Kü­chen-Ka­ta­la­nisch« zu be­herr­schen: So habe ich es in Bar­ce­lo­na schon er­lebt, dass das preis­wer­te Mit­tags­me­nü nur auf der ka­ta­la­ni­schen Spei­se­kar­te an­ge­bo­ten wurde. Als ich es be­stell­te, wurde der Kell­ner gleich viel freund­li­cher …