Hilfe für Flücht­lin­ge auf Kos

Un­se­re Rei­se­jour­na­lis­tin Yvon­ne Gr­ei­ner war ge­ra­de – auf Kos. Dort, wo so viele Flücht­lin­ge lan­den. Eine der frei­wil­li­gen deut­schen Hel­fe­rin­nen von Kos So­li­da­ri­ty be­zeich­net die Si­tua­ti­on als »men­schen­un­wür­dig und ka­ta­stro­phal«. Des­halb be­schließt die­ser Ar­ti­kel zur ge­gen­wär­ti­gen Lage auf Kos mit einem Spen­den­auf­ruf.


Portrait Yvonne GreinerSie leben in Zel­ten am Ufer, in Papp­kar­tons an der Ha­fen­pro­me­na­de, in einer Ho­tel­rui­ne am Rande von Kos-Stadt: Flücht­lin­ge aus Sy­ri­en, dem Irak, Pa­kis­tan und Af­gha­nis­tan. »Die Zu­stän­de sind ka­ta­stro­phal und men­schen­un­wür­dig«, sagt Sara (Namen von der Re­dak­ti­on ge­än­dert), eine der frei­wil­li­gen deut­schen Hel­fe­rin­nen von Kos So­li­da­ri­ty.
Da Kos nur fünf Ki­lo­me­ter von der tür­ki­schen Küste ent­fernt liegt, ist die Insel ein wich­ti­ger An­lauf­punkt auf die­ser Flucht­rou­te ge­wor­den. Ob­wohl das Fähr­schiff »Eleft­he­ri­os Ve­ni­ze­los« seit Mitte Au­gust re­gel­mä­ßig Mi­gran­ten an Bord nimmt und aufs grie­chi­sche Fest­land fährt, ent­spannt sich die Lage nicht. Re­gel­mä­ßig kom­men in den frü­hen Mor­gen­stun­den neue Flücht­lin­ge in Schlauch­boo­ten an den Strän­den an, war­ten in Kos-Stadt auf ihre Re­gis­trie­rung und Pa­pie­re, die ihnen eine Wei­ter­rei­se er­mög­li­chen.


Die ört­li­chen Be­hör­den sind über­for­dert

In Grie­chen­land blei­ben möch­ten die Mi­gran­ten nicht. Sie sind meist gut in­for­miert und wis­sen, dass sich das Land in einer schwe­ren öko­no­mi­schen Krise be­fin­det und sie keine Chan­ce haben, eine Ar­beit zu fin­den. Ihr Ziel ist der Nor­den Eu­ro­pas. Die Re­gis­trie­rung je­doch dau­ert in Kos un­ver­hält­nis­mä­ßig lange: Man­che war­ten bis zu drei Wo­chen auf ihre Pa­pie­re. Die ört­li­chen Be­hör­den sind über­for­dert – al­lei­ne im Juli sind 7.000 Flücht­lin­ge in der In­sel­haupt­stadt an­ge­kom­men, die selbst nur knapp 20.000 Ein­woh­ner hat.
Dem Koer Bür­ger­meis­ter, Gior­gi­os Ki­rit­sis, wer­fen viele Ein­hei­mi­sche und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen Ver­sa­gen in der Krise vor. Ob­wohl etwa das Flücht­lings­hilfs­werk der UNO längst vor Ort ist und eine Erst­auf­nah­me­sta­ti­on ein­rich­ten will, weist Ki­rit­sis ihm kein Ge­län­de zu – aus Angst, dies könn­te zu einer Dau­er­ein­rich­tung wer­den, somit noch mehr Flücht­lin­ge an­lo­cken und das Ge­schäft mit den Ur­lau­bern ver­der­ben.
Doch der Tou­ris­mus als Haupt­ein­nah­me­quel­le der Insel wird durch das Elend an der Ha­fen­pro­me­na­de – ei­gent­lich Vi­si­ten­kar­te und Fla­nier­mei­le der Stadt – ein­deu­tig mehr be­ein­träch­tigt. Die in­ter­na­tio­na­le Be­richt­er­stat­tung hat ihr üb­ri­ges getan. Vor allem bri­ti­sche Tou­ris­ten seien aus­ge­blie­ben, be­klagt der Ho­te­lier­ver­band Kos, der von 170.000 Stor­nie­run­gen in die­ser Sai­son spricht. Eine ge­ord­ne­te Auf­nah­me und ra­sche­re Re­gis­trie­rung könn­te da­ge­gen Scha­den ab­wen­den: von den Flücht­lin­gen, die bes­ser ver­sorgt wür­den und nicht als Ob­dach­lo­se in der Stadt war­ten müss­ten. Und vom Tou­ris­mus, der in ru­hi­ge­re Bah­nen zu­rück­fin­den könn­te.


Grund­le­gen­de Ver­sor­gung

Da sich staat­li­che Stel­len um die Ver­sor­gung der Flücht­lin­ge nur un­zu­rei­chend be­mü­hen, hat der Koer Phy­sik­leh­rer Gior­gi­os Cher­to­fi­lis die Frei­wil­li­gen-Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Kos So­li­da­ri­ty ge­grün­det. Die rund 50 Mit­glie­der küm­mern sich um die grund­le­gen­de Ver­sor­gung der Flücht­lin­ge: mit Essen, Was­ser und Hy­gie­ne­ar­ti­keln. Sie wer­den dabei auch von Tou­ris­ten un­ter­stützt und jun­gen Leu­ten aus an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern, die nur nach Kos rei­sen, um zu hel­fen. Dar­über freu­en sich die Mit­ar­bei­ter von Kos So­li­da­ri­ty be­son­ders: Viele leis­ten die Flücht­lings­hil­fe schon seit Mo­na­ten und sind am Ende ihrer Kräf­te. »Wir brau­chen drin­gend hel­fen­de Hände«, sagt Cher­to­fi­lis. Die Initia­ti­ve be­nö­tigt na­tür­lich auch Geld, um ihre Ar­beit fort­set­zen zu kön­nen.

Kos So­li­da­ri­ty hat keine ei­ge­ne Web­site, In­for­ma­tio­nen fin­det man auf www.fly­ing-help.de.

Logo borderline-europefly­ing help e.V. lei­tet Spen­den an Kos So­li­da­ri­ty wei­ter. Kon­to­aus­zü­ge von fly­ing help wer­den on­line ge­stellt. Namen und Bank­ver­bin­dung der Spen­der wer­den ge­schwärzt. Aus­ga­ben wer­den on­line be­legt. Sämt­li­che In­for­ma­tio­nen fin­den sich auf www.fly­ing-help.de unter dem Rei­ter »Konto«.

Auf Wunsch er­hält jede Spen­de­rin und jeder Spen­der eine Spen­den­quit­tung.

Spen­den­kon­to
fly­ing help e.V.

Raiff­ei­sen­bank Schwan­dorf-Nit­ten­au
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