Nach­ruf

Zum Tod von Dietrich Höll­hu­ber

Wir trau­ern um un­se­ren Autor Dietrich Höll­hu­ber.
10.10.1943 – 16.02.2014

Dietrich Höllhuber
Ob­wohl wir seit ei­ni­gen Mo­na­ten wuss­ten, dass Dietrich Höll­hu­ber schwer er­krankt war, ist man letzt­lich immer un­vor­be­rei­tet, wenn man vom Tod eines lie­ben Kol­le­gen er­fährt.
Dietrich Höll­hu­ber war einer un­se­rer wich­tigs­ten Haus­au­to­ren, der die Rei­se­füh­rer »Süd­ti­rol«, »Do­lo­mi­ten«, »Dres­den«, »Neu­see­land« und die Wan­der­füh­rer zu Mallor­ca, zu Meran und sei­ner Um­ge­bung und zur Säch­si­schen Schweiz für uns ver­fasst hat.

Der Ci­ty­füh­rer zu sei­ner Wahl­hei­mat Dres­den war ihm neben dem Buch zu Neu­see­land – Dietrich Höll­hu­ber ge­noss die Re­cher­cher­ei­sen dort­hin ganz be­son­ders – am stärks­ten ans Herz ge­wach­sen.
Es war ihm wich­tig, immer auch kri­tisch zu schrei­ben, zu hin­ter­fra­gen, was er ge­se­hen und er­lebt hat. Mit einer un­glaub­li­chen kul­tur­ge­schicht­li­chen Kennt­nis und einer Un­ei­tel­keit aus­ge­stat­tet, die sehr sel­ten in un­se­rem Ge­wer­be ist, war die Ar­beit mit ihm immer auch freund­schaft­lich.

Dietrich Höll­hu­ber wurde in Posen ge­bo­ren, wuchs in Ös­ter­reich auf und stu­dier­te in Wien Geo­gra­phie und Ge­schich­te – »wie es sich für einen an­ge­hen­den Rei­se­au­tor ge­hört«, wie er selbst hin­zu­füg­te. Nach einem ein­jäh­ri­gen Auf­ent­halt in Eng­land, einer Uni-As­sis­tenz in Wien, Bris­tol, Karls­ru­he und Er­lan­gen, ar­bei­te­te er seit 1982 als Stu­di­en­rei­se­lei­ter. Eine be­son­de­re Weg­mar­ke war für ihn das Jahr 2001; da­mals be­gann er aus­schließ­lich als Sach­buch- und Rei­se­au­tor zu ar­bei­ten.

Fort­an un­ter­nahm der er­fah­re­ne Glo­be­trot­ter etwa 150 große Rei­sen in alle Erd­tei­le und ver­fass­te dar­über 30 Bü­cher in re­nom­mier­ten Ver­la­gen: vom »Wan­der­füh­rer für Bier­trin­ker – Frän­ki­sche Schweiz« zu Rei­se­füh­rern über ei­ni­ge Mit­tel­meer­län­der (samt Li­ba­non, Ma­rok­ko, Zy­pern, Spa­ni­schem Ja­kobs­weg, Ober­ita­li­en, Kroa­ti­en und Mon­te­ne­gro) sowie eine ganze Reihe von Wan­der­füh­rern.

Wir wer­den Dietrich Höll­hu­ber als den in Er­in­ne­rung be­hal­ten, wie er sich selbst ge­se­hen hat: als Rei­sen­den, als Su­chen­den, als einen, der un­ter­wegs sein woll­te und sich ge­traut hat, diese Lei­den­schaft auch zu leben.