Lesezeit: 1 minTop Ten

Teil 50: Menorca
Bade- und Wanderperle im Mittelmeer

Menorca ist ein wahres Naturparadies. Man kann dort hervorragend wandern, Rad fahren oder paddeln – und natürlich baden, an einem der vielen schönen Strände. Die zweitgrößte Baleareninsel ist UNESCO-Biosphärenreservat, drei Viertel der Inselfläche stehen unter Naturschutz. Kein Wunder, dass es dort Traumstrände ohne Ende gibt – so viele, dass Lonely Planet die gesamte Insel zu den besten Top-Strand-Destinationen der Welt zählt. Es ist dem Inselrat zu verdanken, dass er die beliebtesten Badespots mit einem Strandleitsystem vor Überfüllung schützt. Aber keine Sorge: Mit unserem Menorca-Reiseführer von Robert Zsolnay finden Sie immer ein ruhiges Plätzchen, egal ob am Strand oder im Hinterland. Seine Lieblingsorte und -unternehmungen auf der Insel verrät der Autor hier:

Autor Robert Zsolnay
Autor Robert Zsolnay

Roberts Top Ten:

1. Wandern am Meeressaum

Beim Wandern – oder Mountainbiken – auf dem 182 km langen Camí de Cavalls entlang des grünen Saums am Mittelmeer geht mir das Herz auf. Meine Lieblingsstrecke liegt im Norden und führt vom Cap de Cavalleria über Binime-là nach Cala Morell – wild, hügelig, mit verschiedenfarbigen Gesteinsformationen und vielen Bademöglichkeiten.

Far de Cavalleria – Foto: Robert Zsolnay
Far de Cavalleria – Foto: Robert Zsolnay

2. Feste feiern

Der Besuch eines der vielen Patronatsfeste ist alegría pur. Die Einheimischen proben monatelang für die Vorführung ihrer Reitkünste auf schwarzen menorquinischen Pferden, die wie alle Reiter:innen festlich herausgeputzt sind. Es gibt Musik, Leckereien und Pomada – ein Mix aus lokalem Gin (Erbe der mehr als 100-jährigen britischen Regentschaft) und Limonade. Gefeiert wird bis tief in die Nacht. Meine Lieblinge: die Festes de la Mare de Déu in Maó (Sept.) und die Festes de Sant Llorenç in Alaior (Aug.).

Feste Alaior – Foto: Robert Zsolnay
Feste Alaior – Foto: Robert Zsolnay

3. Paddel-Abenteuer

Tief eingeschnittene Buchten, Höhlen und vorgelagerte Inselchen machen das Paddeln im Kajak zu einem Vergnügen für Jung und Alt. Mein Favorit unter den Kajak-Abenteuern ist die Fahrt vom Dorf Es Grau (Verleih von Equipment) zum geschützten Traumstrand auf der nahen Illa d’en Colom.

Kajaks bereit für das Abenteuer – Foto: Robert Zsolnay
Kajaks bereit für das Abenteuer – Foto: Robert Zsolnay

4. Konzerte & Kino im Steinbruch

Fast alle Prachtgebäude auf Menorca wurden aus Marès-Stein errichtet, der ockerfarben in der Sonne leuchtet. Im gigantischen früheren Steinbruch Pedreres de s’Hostal bei Ciutadella erfährt man viel über das inseltypische Material, kann Bildhauerkurse belegen oder sich in einem Labyrinth vergnügen. Besonders lohnenswert ist der Besuch eines der Konzerte, denn die Akustik ist phänomenal. Auch Filme werden gezeigt.

Wo Mares-Stein gesägt wurde, locken nun Kino und Konzerte – Foto: Lithica
Wo Mares-Stein gesägt wurde, locken nun Kino und Konzerte – Foto: Lithica

5. Wanderung zur letzten Zuflucht der Mauren

Die kurze Wandertour zum Castell de Santa Àgueda ist herrlich. Oben angelangt, öffnet sich ein fantastischer Blick Richtung Nordküste. Und Besucher wandeln auf historischen Pfaden: Reste einer Wehrmauer und eines Turms lassen die Ausmaße der Almohaden-Festung erahnen, die sich auf dem Hügel befand. Die Relikte zeugen vom Ende der arabischen Epoche auf Menorca (903–1287), das die Truppen von Alfons III. nach blutigem Kampf genau hier besiegelten.

Castel Àgueda – Foto: Robert Zsolnay
Castel Àgueda – Foto: Robert Zsolnay

6. Größter Naturhafen im Mittelmeer

Eine Schiffsrundfahrt in einem der größten Naturhäfen der Welt ist Pflicht. Das Hafenbecken der Inselhauptstadt Maó ist mehr als 5 km lang und birgt einige historisch interessante Inselchen. Besonders spannend ist ein Besuch der Illa de Llatzeret, auf der im Laufe von Jahrzehnten etwa eine halbe Million Seeleute und Reisende in Quarantäne isoliert waren. Allerlei Gerätschaften sowie ein gläserner Pavillon, aus dem Priester mittels einer langen Stange Hostien reichten, halten den Gruselfaktor damaliger Methoden lebendig.

Hafenfahrt – Foto: Robert Zsolnay
Hafenfahrt – Foto: Robert Zsolnay

7. Kultur vom Feinsten

Das Teatre Principal in der Inselhauptstadt Maó zählt zu Spaniens ältesten Opernhäusern und ist mit seinem originalgetreu restaurierten Interieur ein echter Hingucker.Wer ein Konzert besucht oder sich eine Opernaufführung ansieht, wird von der Akustik und dem Flair des Hauses angetan sein. Es werden auch Führungen durch den alten Musentempel angeboten.

Teatre Principal – Foto: Robert Zsolnay
Teatre Principal – Foto: Robert Zsolnay

8. Badespaß, die Erste

Ins türkis-tintenblaue Meer vor Menorca einzutauchen, ist mehr als nur Erfrischung. Zu jedem Besuch gehören für mich ein paar paradiesische Stunden an der Cala Macarelleta – DER Strandschönheit im Süden. Praktisch: In der zu Fuß schnell erreichbaren Nachbarbucht Macarella lockt das legendäre Café Susi.

Macarelleta – Foto: Robert Zsolnay
Macarelleta – Foto: Robert Zsolnay

9. Badespaß, die Zweite

Mein Favorit im Norden ist die Platja Cavalleria. Auf rund 500 m Länge bietet der sichelförmige Uferstreifen nicht nur jede Menge goldfarbenen feinkörnigen Sand, sondern auch reichlich Platz. Abends kommen Einheimische wie Reisende zusammen, um romantischen Sonnenuntergängen zu applaudieren.

Platja Cavalleria – Foto: Robert Zsolnay
Platja Cavalleria – Foto: Robert Zsolnay

10. Wild im Wind

Menorcas Leuchttürme sind legendär. Besonders außergewöhnlich gelegen ist der Far Favàritx, der in einer Art Mondlandschaft im Nordosten emporragt. An stürmischen Tagen im Frühjahr, Herbst und Winter ist dieser Ort ein Spektakel, das einen – wortwörtlich – fast umwirft.

Favaritx – Foto: Robert Zsolnay
Favaritx – Foto: Robert Zsolnay

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