Reiseführer Berlin MM-City

Michael Bussmann, Gabriele Tröger

Unterwegs mit Michael Bussmann und Gabriele Tröger

Portrait Michael BussmannPortrait Gabriele TrögerManch­mal wün­schen wir uns, in Grau­stadt zu woh­nen. Oder in Lang­weil­hau­sen. Das ist meist dann der Fall, wenn das Gäs­te­bett nicht zu­sam­men­ge­klappt wer­den darf, weil schon wie­der der nächs­te Be­such an­steht. Wer in einer der be­lieb­tes­ten Städ­te Eu­ro­pas lebt, hat seine Woh­nung sel­ten für sich. Aber was macht Ber­lin so an­zie­hend? Die Schön­heit der Stadt kann es kaum sein. Kup­pel­zau­ber wie in Rom? Fehl­an­zei­ge. No­bles­se à la Paris, Alt­stadt­charme wie in Prag oder roya­lis­ti­scher Glanz wie in Lon­don? Nüscht.
An Läs­sig­keit und Pep läuft Ber­lin an­de­ren Ka­pi­ta­len je­doch schnell den Rang ab. Jeden Knall­kopf nimmt die Stadt mit of­fe­nen Armen auf, alle Spra­chen, Haut­far­ben und Le­bens­kon­zep­te sind hier ver­sam­melt. Ber­lin ist die Stadt der vie­len Ideen, der Im­pro­vi­sa­ti­on und des ewi­gen Wan­dels. Kon­ser­va­ti­vem Starr­sinn wird mit frisch-fre­chem Humor und To­le­ranz Pa­ro­li ge­bo­ten.
Ber­lin ist aber auch die Stadt des Geld­man­gels, in der Not er­fin­de­risch macht und die Krea­ti­vi­tät her­aus­for­dert. Kunst und Kul­tur gehen an der Spree neue Wege, dazu wird He­do­nis­mus ganz groß ge­schrie­ben – wo sonst gibt es Bars mit zuck­ri­gen Namen wie »Zu mir oder zu Dir« oder »Weder ges­tern noch mor­gen«?
Gleich­zei­tig ist Ber­lin in sei­nen über­schau­ba­ren Kie­zen ur­ge­müt­lich. Das alles ge­fällt auch un­se­ren Gäs­ten. Zum Glück. So kom­men sie nach Ber­lin und wir müs­sen nicht nach Lang­weil­hau­sen.