Reiseführer Thüringen

Heidi Schmitt

Unterwegs mit Heidi Schmitt

Portrait Heidi SchmittDie Mayas wuss­ten, was sie taten, als sie ihre Py­ra­mi­den so hoch bau­ten, dass sie oben ein Stück über das Blät­ter­dach hin­aus­rei­chen. Klet­tert man dort hin­auf, ent­kommt man dem damp­fen­den Dschun­gel, und mit der fri­schen Brise fühlt man sich der Welt ent­rückt. Das glei­che be­frei­en­de Er­leb­nis hatte ich auf dem Baum­kro­nen­pfad hoch über dem Ur­wald des Hai­nich, nur dass die Klet­te­rei dort kein biss­chen hals­bre­che­risch war!
Thü­rin­gen, das »grüne Herz Deutsch­lands«, hält viele sol­che Na­tur­er­fah­run­gen be­reit. Schon bei den Re­cher­chen für die­ses Buch war Thü­rin­gen für mich oft ein grü­nes Er­leb­nis: zu Fuß und mit Ski­ern den Renn­steig ent­lang, mit dem Fahr­rad durchs Wer­ra­tal, platsch hin­ein in die herr­li­chen Seen, nach­denk­lich am »Grü­nen Band«.
Mich wun­dert nicht, dass Goe­the auf dem Ki­ckel­hahn beim Blick über die »damp­fen­den Thä­ler« dich­te­ri­sche Hö­hen­flü­ge hatte und Lu­ther »im Reich der Vögel« auf der Wart­burg seine Bi­bel­über­set­zung nur so zu­flog. Bur­gen, Pa­läs­te, Kir­chen, Natur, Thea­ter, Kunst und viel(e) Ge­schich­te(n) – Thü­rin­gen ist ein­fach in­spi­rie­rend.
Und wenn der Geist mal lahm­te, gaben Brat­wurst, Brä­tel & Co. neue Ener­gie. Beim Blick in Thü­rin­ger Töpfe durf­te ich auch er­fah­ren, wo die be­rühm­ten Klöße »Hütes« hei­ßen und wo man Goe­thes, Schil­lers und Lu­thers Leib­spei­sen heute noch ge­nie­ßen kann.