Reiseführer Kreta

Eberhard Fohrer

Unterwegs mit Eberhard Fohrer

Portrait Eberhard FohrerWie­der un­ter­wegs. Ich weiß nicht, zum wie­viel­ten Mal. Kreta – warum Kreta? Man­che Dinge ge­sche­hen ein­fach.
Als ich 1972 als frisch­ge­ba­cke­ner Abitu­ri­ent das erste Mal nach Grie­chen­land reis­te, litt das Land unter der Mi­li­tär­dik­ta­tur. Wir tu­cker­ten mit un­se­rem alten Opel über die Gren­ze und das erste, was wir rea­li­sier­ten, waren die un­glaub­li­chen Prei­se: eine Fla­sche Ret­si­na für 50 Pfen­nig … In Athen konn­ten wir bei einem jun­gen Mann un­ter­kom­men, der Gäste aus aller Her­ren Län­der ein­quar­tier­te. Nach zwei Tagen schiff­ten wir uns ziel­si­cher nach Kreta ein – wahr­schein­lich ein­fach, weil es die süd­lichs­te Insel war.
Wir durch­wan­der­ten die Sa­ma­riá-Schlucht und über­nach­te­ten in der ver­las­se­nen Schlucht­sied­lung – heute streng ver­bo­ten. Ein an­de­res Mal wur­den wir zu viert von einer Fa­mi­lie zum Über­nach­ten ein­ge­la­den, ein­fach so. Gast­freund­schaft und In­ter­es­se waren über­all zu spü­ren. Da­nach war ich in­fi­ziert. Vor allem auch, weil ich fest­stell­te, dass es zu die­ser Zeit kaum ver­nünf­ti­ge Kre­ta­li­te­ra­tur gab. Ein Füh­rer mit prak­tisch nutz­ba­ren In­for­ma­tio­nen fehl­te sogar völ­lig.
Es soll­te noch ei­ni­ge Zeit dau­ern, bis der Micha­el Mül­ler Ver­lag ent­ste­hen konn­te, doch dann bekam ich eine Le­bens­auf­ga­be, mit der ich mich seit nun­mehr über 30 Jah­ren be­schäf­ti­ge: Ich danke den vie­len Le­sern, die das er­mög­licht haben!
Also Kreta – warum Kreta? Ganz ein­fach, Kreta ist ein­zig­ar­tig, wild, un­ge­zähmt und groß­ar­tig – ein rauer Cha­rak­ter, trotz­dem vol­ler Anmut und Poe­sie. Jede Kre­ta­rei­se ist ein Aben­teu­er – was werde ich die­ses Mal ent­de­cken? Der große Níkos Ka­zant­zákis hat es so aus­ge­drückt: »›Kreta‹, mur­mel­te ich, ›Kreta‹ – und mein Herz schlug ra­scher.«