Reiseführer Peloponnes

Hans-Peter Siebenhaar

Unterwegs mit Hans-Peter Siebenhaar

Portrait Hans-Peter Siebenhaar»Stell dir vor, ganze Dör­fer aus stei­ner­nen Burg­tür­men. Bis vor we­ni­gen Jah­ren herrsch­te dort noch das Ge­setz der Blut­ra­che«, fa­bu­lier­te einer mei­ner da­mals engs­ten Freun­de. »Di­rekt aus dem Meer steigt ein kah­les, wil­des Ge­bir­ge mit schnee­be­deck­ten Ber­gen so hoch wie die Alpen«, fuhr er fort. An die­sem blei­grau­en Ja­nu­ar­tag im Jahr 1985 lausch­te ich an­däch­tig sei­nen schein­bar un­glaub­li­chen Rei­se­er­leb­nis­sen im Er­lan­ger Stu­den­ten-Café »Bra­sil«. Er re­de­te von Höh­len­la­by­rin­then, die er per Boot er­kun­de­te, be­rich­te­te von gast­freund­li­chen Ein­hei­mi­schen und von Ex­kur­sio­nen auf den Spu­ren Ho­mers zu welt­be­rühm­ten Aus­gra­bungs­stät­ten. Er re­de­te über den Pe­lo­pon­nes.
Ich war fas­zi­niert. We­ni­ge Tage spä­ter traf ich mich an glei­cher Stel­le mit Micha­el Mül­ler, Freund und Ver­le­ger. Es brauch­te keine zwei Kel­ler­bie­re, bis wir uns einig waren: Ich schrei­be ein Buch zur Insel des Pe­lops. Es soll­te das fünf­te Buch in dem da­mals noch jun­gen Ver­lag wer­den.
We­ni­ge Mo­na­te spä­ter re­cher­chier­te ich auf dem Pe­lo­pon­nes. Und die süd­grie­chi­sche Halb­in­sel war noch schö­ner und fas­zi­nie­ren­der, als es mein Freund ge­schil­dert hatte. Ich hatte mich in den Pe­lo­pon­nes ver­liebt – für immer.
Seit über einem Vier­tel­jahr­hun­dert be­rei­se ich nun den Pe­lo­pon­nes. Zehn­tau­sen­de von Ki­lo­me­tern habe ich seit­dem zwi­schen Ko­rínth und Ka­lamá­ta, zwi­schen Mo­nem­va­siá und Náf­pli­on, zwi­schen Pýlos und Pá­tras zu­rück­ge­legt, habe Le­bens­fro­he, Pio­nie­re, Dick­köp­fe, Me­lan­cho­li­ker und Schlitz­oh­ren ge­trof­fen. Wer sich öff­net für Land und Leute, wird auf der Insel des Pe­lops wun­der­ba­re Rei­se­er­leb­nis­se haben. Daran hat sich bis heue nichts ver­än­dert. Die Magie lebt.