Reiseführer Liparische Inseln

Thomas Schröder

Unterwegs mit Thomas Schröder

Portrait Thomas SchröderEi­gent­lich hatte es eine Ta­ges­tour von Li­pa­ri nach Sa­li­na wer­den sol­len. Doch dann kün­dig­te sich Sci­roc­co an. »Geh bes­ser nicht von Bord, sonst kommst Du hier nicht mehr weg. Die Alis­ca­fi fah­ren schon nicht mehr«, warn­te mich der Ma­tro­se Luigi, mit dem ich auf der Fahrt einen klei­nen Schwatz ge­hal­ten hatte. Ich blieb – und die Fähre mu­tier­te zum »Lum­pen­samm­ler«, der au­ßer­plan­mä­ßig auch noch Fi­li­cu­di und Ali­cu­di an­lief, um dort ge­stran­de­te Pas­sa­gie­re auf­zu­neh­men. Ohne einen Fuß an Land ge­setzt zu haben, war ich nach vie­len St­un­den wie­der auf Li­pa­ri. »So eine klei­ne Kreuz­fahrt ist doch auch mal ganz schön«, ver­such­te sich Luigi als Trös­ter. Drei Jahre spä­ter sah ich ihn wie­der. Dies­mal soll­te es nach Strom­bo­li gehen, um spä­ter von dort die Heim­rei­se via Nea­pel an­zu­tre­ten. Dum­mer­wei­se fehl­te auf mei­nem Son­der­er­laub­nisschein für den Fahr­zeug­trans­port der Stem­pel des Bür­ger­meis­ters. Der ge­stren­ge Fähra­gent der SIREMAR hatte mich mit mei­nem Mo­tor­rad schon ab­ge­wie­sen, da wink­te mich Luigi zu sich heran und flüs­ter­te: »Fahr schnell zum Sind­aco! Ein paar Mi­nu­ten kann ich die Ab­fahrt schon noch ver­zö­gern!« Viel Hoff­nung hatte ich nicht, aber das Wun­der ge­schah – der Bür­ger­meis­ter war tat­säch­lich im Büro und die For­ma­li­tät in kür­zes­ter Zeit er­le­digt. Auf den al­ler­letz­ten Drü­cker roll­te ich auf die war­ten­de Fähre, Stem­pel und Un­ter­schrift im Ge­päck. Danke, Luigi!