Reiseführer Teneriffa

Irene Börjes

Unterwegs mit Irene Börjes

Portrait Irene BörjesIm Bus zu­rück zum Flug­ha­fen muss­te ich über mich sel­ber schmun­zeln, denn mein bis­he­ri­ges Motto war wohl: »Hoch lebe das Vor­ur­teil!« Als not­wen­di­ges Übel hatte ich die Zeit auf Te­ne­rif­fa ge­se­hen; ich soll­te dort ein Pro­gramm für Stu­di­en- und Wan­der­rei­sen vor­be­rei­ten. Eine Be­geg­nung mit Te­ne­rif­fa – Jahre zuvor – war ein Kul­tur­schock ge­we­sen. Nach zwei Wo­chen Ur­laub auf dem stil­len Go­me­ra hatte mich der Tru­bel in Los Cris­tia­nos und Playa de las Amé­ri­cas ge­ra­de­zu er­schreckt. Seit­her war es mir ge­lun­gen, einen Bogen um Te­ne­rif­fa zu ma­chen.
Am ers­ten Mor­gen auf »mei­nem Schreck­ge­spenst« sah die Welt schon ganz an­ders aus. Nach einer St­un­de Au­to­fahrt bog ich ins Te­no­ge­bir­ge ab und war kurz dar­auf in einer gran­dio­sen Berg­welt. Steil auf­ra­gen­de Fels­ka­mi­ne, ein schma­ler Pfad, der sich zum Grat hin­auf­schlän­gel­te. Das ein­zi­ge Ge­räusch: sum­men­de Bie­nen. Am Ende des Weges eine Alm vol­ler Blu­men mit einem Blick über die Küste und auf den ver­schnei­ten Teide. Wo hatte ich schon Schö­ne­res ge­se­hen? Nir­gends!
Die nächs­ten Tage ver­brach­te ich wei­ter mit dem Abbau mei­ner Vor­ur­tei­le, denn Te­ne­rif­fa hat viele herr­li­che Land­schaf­ten. Und hatte ich zu­erst noch ar­ro­gant ge­dacht, was gibt es da schon zu stu­die­ren, wurde ich spä­ter zur en­ga­gier­ten Rei­se­lei­te­rin, die Teil­neh­mer in Geo­lo­gie, Klima und Bo­ta­nik ein­führ­te.