Reiseführer Kopenhagen MM-City

Christian Gehl

Unterwegs mit Christian Gehl

Portrait Christian GehlWas für eine Wand­lung! Auf einer Stu­di­en­rei­se An­fang der 1990er-Jahre wirk­te Ko­pen­ha­gen muf­fig auf mich, pro­vin­zi­ell gar, bes­ten­falls mu­se­al, mit all den alten Schlös­sern in der In­nen­stadt. Die gibt es zwar immer noch, doch sonst ist alles an­ders.
Als wäre die Stadt in einen Jung­brun­nen ge­taucht wor­den, durch­zieht heute eine an­ste­cken­de Le­bens­freu­de die Stra­ßen. Re­lax­te Rad­fah­rer, schick ge­klei­det, rück­sichts­voll, be­stim­men die ge­win­nen­de At­mo­sphä­re, die auch von den hüb­schen, quir­li­gen Stra­ßen­ca­fés aus­geht, von klei­nen Bou­ti­quen mit krea­ti­ver Mode dä­ni­scher De­si­gner, von den auf­re­gen­den Kul­tur­ge­bäu­den am In­ne­ren Kanal, den groß­ar­ti­gen Mu­se­en, dem viel­fäl­ti­gen Nacht­le­ben, der vi­ta­len Mo­der­ni­sie­rung über­all in der Stadt – und un­term Strich steht: Welt­stadt. Eine ge­müt­li­che oben­drein, denn nichts ma­chen die Ein­woh­ner von Ko­pen­ha­gen lie­ber, als jeden Raum, jede Ni­sche mit bun­ten Lich­tern, Kis­sen und De­cken kunst­voll aus­zu­staf­fie­ren. Selbst die (innen)ar­chi­tek­to­ni­sche Avant­gar­de wirkt in die­ser Stadt »hyg­ge­lig«, wie die Dänen dazu sagen. Das gilt für Mu­se­ums­ca­fés ge­nau­so wie für Aus­geh­lo­ka­le. Wie in einem Bie­nen­stock brummt es in den an­ge­sag­ten Bars und Kn­ei­pen – wer ein­mal drin ist, will nie wie­der gehen.
Und da sage noch einer, dass sich in der Welt nie etwas än­dert.