Reiseführer Harz

Barbara Reiter, Michael Wistuba

Unterwegs mit Barbara Reiter und Michael Wistuba

Portrait Barbara ReiterPortrait Michael Wistuba»Wart Ihr schon mal am Bro­cken?« – fast 10 Jahre ist es her, als uns ein Freund erst­mals auf die be­rühm­te nord­deut­sche Berg­kup­pe führ­te und uns mit dem Harz be­kannt mach­te. Es folg­ten Aus­flü­ge zum He­xen­tanz­platz, zum Win­ter­sport nach Braun­la­ge, wir kos­te­ten Wind­beu­tel und Blau­beer­sch­man­dschnit­zel. Aber ehr­lich ge­sagt waren wir von allem wenig be­geis­tert: viel Ver­kehr und über­füll­te Groß­park­plät­ze, Forst­stra­ßen­wan­dern ohne Aus­bli­cke, Gast­stät­ten aus den 1970er-Jah­ren, Be­ton­hoch­häu­ser.
Dann be­schlos­sen wir, uns ab­seits die­ser Hots­pots zu be­we­gen und lern­ten die­sen ab­wechs­lungs­rei­chen Land­strich in der Mitte Deutsch­lands zu schät­zen: Wir wan­der­ten ent­lang der Teu­fels­mau­er, er­klom­men den Schar­fen­stein und ra­del­ten durch das Sel­ketal. Wir tra­fen auf ro­ma­ni­sche Schät­ze, wie wir sie sonst nur aus Spa­ni­en und dem Bur­gund ken­nen und sind stets aufs Neue fas­zi­niert von den Fach­werk­städ­ten – so etwas gibt es in un­se­rer ös­ter­rei­chi­schen Hei­mat nicht. Wir ent­deck­ten Slow-Food-Lo­ka­le, Gu­lasch vom Har­zer Roten Hö­hen­vieh und fang­fri­sche Wen­de­fur­ther Fo­rel­len. Im Spät­herbst, wenn in den Alpen die Sai­son vor­über ist, gibt es für uns seit­her kein schö­ne­res Wan­der­ziel als den bunt ver­färb­ten Harz mit sei­nen tau­nas­sen, in der Mor­gen­son­ne damp­fen­den Berg­wie­sen. Und es ver­geht kaum ein Win­ter, in dem wir die Schier­ker Loi­pen nicht be­zwin­gen. Kurz­um: Bei nä­he­rem Hin­se­hen ent­puppt sich der Harz als ein fas­zi­nie­ren­des Klein­od, das sei­nes­glei­chen sucht.