Portrait Ralf Nestmeyer

Unterwegs mit Ralf Nestmeyer

Schlechte Schulnoten können das wei­te­­re Leben beeinflussen – dies kann ich aus ei­gener Erfahrung durchaus be­stä­ti­­gen. Denn ich gehörte zu jenen Ju­gend­­li­chen, die von ihren Eltern wegen man­gelnder Englisch­kennt­nisse zu einer Sprach­rei­se „ver­­pflich­tet“ wur­den. Vier Wo­chen Süd­england waren der Lohn dafür, dass mir nicht nur die er­­füll­ba­ren und nicht er­füll­baren Be­din­­gun­gen von if-Sätzen ein Mys­te­rium ge­blie­ben wa­ren. Auch wenn ich rück­bli­ckend be­fürchte, dass sich mir die Fein­heiten der englischen Gram­ma­tik in jenem Au­gust 1978 immer noch nicht er­schlos­sen haben, so hat diese Eng­­land­reise, die mich nach Wey­mouth führte, doch meine Be­geisterung für die englische Lebens­art geweckt. Ei­ne Lei­denschaft, die ihren Nieder­schlag nicht nur in zahl­rei­chen Reisen nach Eng­land fand, son­dern die mich schließ­­lich auch die­sen Cornwall-Rei­se­­füh­rer schreiben ließ.

Seither habe ich das Vergnügen, auf der Suche nach netten Hotels sowie hip­­pen Restaurants und Shops regel­mä­ßig durch Südengland zu streifen. Und je­des Mal be­geistert mich die eng­li­sche Lebensart samt Pub-Kultur und Cream Tea wieder aufs Neue. Als ich zu­letzt in St Ives am Strand saß, habe ich mich ge­fragt, was wohl aus mir ge­worden wäre, wenn ich im Englisch-Unterricht bes­ser auf­gepasst hätte …