Reiseführer Bali & Lombok

Susanne Beigott, Otto Braun

Unterwegs mit Susanne Beigott und Otto Braun

Portrait Susanne BeigottPortrait Otto BraunEs ist noch dun­kel, als wir ins Taxi stei­gen. Noch vor dem Start müs­sen wir uns aus­gie­bi­gen Preis­ver­hand­lun­gen mit dem Fah­rer un­ter­zie­hen. Viel zu früh am Mor­gen! Erst ein thea­tra­li­scher Griff ans Herz, mit dem wir unser ge­dehn­tes und tau­meln­des »bankruuuut!« un­ter­mau­ern, hei­tert die müde Miene des Fah­rers auf, lässt uns einig wer­den und den Fahr­preis hal­bie­ren.
Wir ma­chen uns auf den Weg zum Ge­burts­tag un­se­res Freun­des Putu. Kein ge­wöhn­li­cher, son­dern ein ba­li­ne­si­scher Ge­burts­tag, bei dem ei­gent­lich auch nicht unser Freund, son­dern sein Dank an die Göt­ter im Mit­tel­punkt steht. Des­halb müs­sen wir auch um 6 Uhr früh da sein. In der ers­ten Mor­gen­däm­me­rung sau­sen klei­ne Dör­fer, Pal­men­hai­ne und Reis­fel­der an uns vor­bei. An­ge­kom­men wird uns die Ehre zu­teil, die Span­fer­kel mit­zu­gril­len. Auf­ge­spießt sind die Tiere schon, zum Glück. Wir sind über­mü­det, der Schlaf sitzt uns noch in den Glie­dern … im Bett wäre es doch viel schö­ner.
In der einen Hand einen herr­lich duf­ten­den kopi bali in der an­de­ren süß­li­chen brem, bli­cken wir aufs an­gren­zen­de Mais­feld. Die Sonne geht auf, der Duft des Kaf­fees steigt in die Nase, der Palm­wein in den Kopf, und im Hin­ter­grund er­tönt schal­len­des Ge­läch­ter aus dem Fa­mi­li­en­an­we­sen. Gera­de ist die Schwes­ter mit drei Kin­dern ge­kom­men, der Bru­der steigt noch schnell über die Mauer des Nach­barn – ein ent­fern­ter Ver­wand­ter –, um ein paar Man­gos für den ers­ten Im­biss des Tages zu sti­bit­zen. Putus Mut­ter lä­chelt uns an – mit dem brei­tes­ten Grin­sen der Welt.
Und plötz­lich möch­ten wir nir­gends lie­ber sein als auf die­ser herr­li­chen Insel unter die­sen un­glaub­lich lie­bens­wer­ten Men­schen!