Reiseführer Irland

Ralph Raymond Braun

Unterwegs mit Ralph Raymond Braun

Portrait Ralph Raymond BraunMeine Be­kannt­schaft mit Ir­land ver­dan­ke ich auch ein biss­chen der IRA. Da­mals, in den 1990ern, woll­te ich ein Rei­se­buch über ein Land schrei­ben, in dem selbst Bom­ben­ter­ror die Ur­lau­ber nicht davon ab­hielt hin­zu­fah­ren.
Die »Trou­bles«, wie die Iren es nen­nen, sind in­zwi­schen eben­so Ge­schich­te wie die in­ner­iri­schen Grenz­be­fes­ti­gun­gen. Den Auf­stieg der Insel von Eu­ro­pas Ar­men­haus zum Wirt­schafts­wun­der­land fand ich dann eben­so span­nend zu be­ob­ach­ten wie spä­ter die Bauch­lan­dung des »kel­ti­schen Ti­gers«. Heute, nach Fi­nanz­kri­se und ge­platz­ter Im­mo­bi­li­en­bla­se, er­fin­det sich Ir­land ge­ra­de neu. Und wo an­ders als am Tre­sen eines Pubs ließe sich die­ser Pro­zess bes­ser ver­fol­gen?
Ge­blie­ben ist neben ge­sprä­chi­gen und hu­mor­vol­len Men­schen auch eine in wei­ten Tei­len noch immer herr­li­che Land­schaft zwi­schen Was­ser und Him­mel. Am liebs­ten er­kun­de ich sie zu Fuß, ent­de­cke dabei immer wie­der Neues und er­le­be man­che Über­ra­schung – be­son­ders ab­seits be­kann­ter und aus­ge­tre­te­ner Pfade.
Auch mit dem Wet­ter habe ich in­zwi­schen Frie­den ge­schlos­sen und klei­de mich auf mei­nen Re­cher­cher­ei­sen im Zwie­bel­look. Die Zwangs­pau­sen, wenn wie­der ein­mal eine Wol­ken­bank dem ge­plan­ten Foto Licht und Schat­ten nimmt, nutze ich zum Me­di­tie­ren und be­trach­te die Land­schaft ohne Linse. Meine liebs­te Rei­se­zeit für die grüne Insel ist oh­ne­hin der Juni. Da währt das Ta­ges­licht bis kurz vor Mit­ter­nacht.