Reiseführer Madeira

Irene Börjes

Unterwegs mit Irene Börjes

Portrait Irene BörjesWenn ich Ma­dei­ra mit allen Sin­nen er­le­ben will, an einem Ort ge­ballt so­zu­sa­gen, gehe ich in die Markt­hal­le von Fun­chal.
Hier, im Mer­ca­do dos Lav­ra­do­res, kann ich die Insel schnup­pern, schme­cken, sehen, hören – und gleich nach dem Ein­gang emp­fängt mich die Far­ben­pracht der Blu­men­ver­käu­fe­rin­nen in bun­ten Trach­ten, mit ihrem An­ge­bot an Li­li­en und St­re­lit­zi­en, Ma­dei­ras Mar­ken­zei­chen. Im In­nen­hof ein paar Schrit­te wei­ter war­tet zu Py­ra­mi­den auf­ge­türm­tes Obst und Ge­mü­se – sub­tro­pi­sche, tro­pi­sche und kon­ti­nen­ta­le Früch­te in allen Far­ben und For­men, denn Ma­dei­ras Kli­ma­zo­nen las­sen na­he­zu alles ge­dei­hen und rei­fen.
In den Sei­ten­gän­gen kit­zeln streng rie­chen­de Zu­ta­ten meine Nase, die in der Ma­dei­ra-Küche un­ver­zicht­bar sind, zum Bei­spiel Ba­cal­hau, ge­sal­ze­ner Stock­fisch für den Ein­topf. In der hin­ters­ten Halle ma­chen sich auf lan­gen Ti­schen Fi­schers fri­sche Fänge breit. Kr­ab­ben, Mu­scheln, Sar­di­nen, Do­ra­den – und die bei Ein­hei­mi­schen wie Tou­ris­ten be­lieb­tes­ten Kie­men­at­mer: schwar­ze, schlan­gen­lan­ge Espa­das und ge­wal­ti­ge Thun­fi­sche, von denen mit Ma­che­ten dun­kel­ro­te Fi­lets ge­schnit­ten wer­den. Hier be­geg­ne ich noch einer be­son­de­ren Ma­dei­ra-Spe­zia­li­tät: fo­to­gra­fie­ren­de Be­su­cher auf der Jagd nach dem bes­ten Foto mit Fisch und Fi­scher.
Am schöns­ten finde ich den Tru­bel üb­ri­gens am Sams­tag; dann kom­men die Bau­ern der Um­ge­bung und bie­ten ihre Ernte sel­ber an.