Rei­se­re­por­ta­ge

So schmeckt Mallor­ca!

Ein nach­hal­ti­ger Ein­kaufs(ver-)füh­rer zur be­lieb­tes­ten Insel der Deut­schen

Tho­mas Schrö­der kennt Mallor­ca seit vie­len Jah­ren. Neun aus­führ­li­che Re­cher­cher­ei­sen hat unser Best­sel­ler­au­tor be­reits dort­hin un­ter­nom­men und dabei alle Win­kel der Insel er­kun­det. Doch wie sieht es ei­gent­lich mit nach­hal­tig er­zeug­ten Pro­duk­ten auf der Lieb­lings­in­sel der Deut­schen aus? Ziem­lich gut, be­fin­det Tho­mas Schrö­der und ver­ord­ne­te sich einen ku­li­na­risch-re­gio­na­len Streif­zug über das ba­lea­ri­sche Ei­land.


Portrait Thomas SchröderIn Ma­rok­ko ge­pul­te Nord­see-Kr­ab­ben, Spar­gel aus Süd­ame­ri­ka oder Äpfel, die bis zur La­den­the­ke eine halbe Welt­rei­se hin­ter sich haben … Immer mehr Ver­brau­cher fra­gen sich, ob es nicht auch an­ders geht. Re­gio­nal ist um­welt­freund­lich und schmeckt meist auch bes­ser. Da liegt es nahe, auch im Mallor­ca-Ur­laub auf ent­spre­chen­de An­ge­bo­te zu ach­ten.
Die Insel hat da ei­ni­ges zu bie­ten. Schließ­lich war Mallor­ca auch immer bäu­er­lich ge­prägt und ist es bis heute zu­min­dest teil­wei­se ge­blie­ben. Da die An­bau­flä­chen na­tur­ge­mäß eher ge­ring sind, set­zen die hie­si­gen Land­wir­te umso mehr auf hohe Qua­li­tät. Viele Pro­duk­te eig­nen sich des­halb auch als ku­li­na­ri­sche Sou­ve­nirs.


Tipps und Adres­sen für re­gio­na­le Sch­man­kerl

Palma de Mallor­ca

Sobrassada-Würste, regional und nachhaltig erzeugt. (Foto: Thomas Schröder)
So­bras­sa­da-Würs­te, re­gio­nal und nach­hal­tig er­zeugt. (Foto: Tho­mas Schrö­der)
In der Haupt­stadt Palma of­fe­riert Son Vivot (Plaça Porta Pin­ta­da 1, nahe der Plaça Espanya, www.son-vivot.com) mehr als 300 auf Mallor­ca her­ge­stell­te Ar­ti­kel. Der Ren­ner sind die be­rühm­ten So­bras­sa­da-Würs­te (auch als Bio-Va­ri­an­te), da­ne­ben gibt es das nicht min­der ty­pi­sche, kreis­run­de Ge­bäck En­saï­ma­des, Weine aus den bei­den D.O.-ge­schütz­ten mal­lor­qui­ni­schen Her­kunfts­ge­bie­ten Bi­nis­sa­lem und Plà i Lle­vant, die sal­zi­gen Gal­le­tas-Kekse aus Inca und vie­les mehr. Aus­schließ­lich »Coses d’aqui« (»Sa­chen von hier«) ver­kauft auch Tí­pi­ka (Calle Morei 7, in der Ober­stadt, www.ti­pi­ka.es), dar­un­ter viele Er­zeug­nis­se von Klein­be­trie­ben. Und wer di­rekt vor Ort sei­nen Hun­ger auf Re­gio­na­les stil­len möch­te, fin­det im Café-Re­stau­rant Es Re­bost (Avin­gu­da de Jaume III. 20, www.es-re­bost.com) eine feine Aus­wahl le­cke­rer Klei­nig­kei­ten, zu­be­rei­tet aus aus­ge­wähl­ten Bio-Pro­duk­ten der Insel.


Vall­de­mos­sa

Ein kleiner, feiner Delikatessenladen im östlichen Ortskern von Valldemossa. (Foto: Thomas Schröder)
Ein klei­ner, fei­ner De­li­ka­tes­sen­la­den im öst­li­chen Orts­kern von Vall­de­mos­sa. (Foto: Tho­mas Schrö­der)
Im öst­li­chen Orts­kern von Vall­de­mos­sa, welt­be­kannt durch den Auf­ent­halt von Ge­or­ge Sand und Frédé­ric Cho­pin, ver­steckt sich der klei­ne De­li­ka­tes­sen­la­den Qui­taPe­nas (Car­reró de L’Amar­gu­ra, hin­ter der Kir­che Sant Bar­to­lo­meu, www.qui­ta­pe­nas-vall­de­mos­sa.es). Der pfif­fi­ge Be­sit­zer hat nicht nur zahl­rei­che mal­lor­qui­ni­sche Wurst­wa­ren, Käse, Weine etc. im An­ge­bot, hung­ri­ge Rei­sen­de kön­nen hier auch ex­qui­si­te Tapas-Tel­ler or­dern.


Sól­ler

Orangen aus der Bergregion Tramuntana. (Foto: Thomas Schröder)
Oran­gen aus der Berg­re­gi­on Tra­mun­ta­na. (Foto: Tho­mas Schrö­der)
Sól­ler, die Haupt­stadt der Berg­re­gi­on Tra­mun­ta­na, liegt in einem wei­ten, äu­ßerst frucht­ba­ren Tal vol­ler Oran­gen­hai­ne. Deren Früch­te – eben­so wie Zi­tro­nen, Cle­men­ti­nen, Grape­fruits und Gra­nat­äp­fel sowie die dar­aus her­ge­stell­ten Kon­fi­tü­ren – gibt es neben zahl­rei­chen an­de­ren lo­ka­len Pro­duk­ten bei Fet a Sól­ler (»In Sól­ler ge­macht«, Plaça Mer­cat, beim Markt, auch On­li­ne-Ein­kauf: www.fe­ta­soller.com). Ähn­lich ist das An­ge­bot in der be­reits 1899 ge­grün­de­ten Land­wirt­schafts­ko­ope­ra­ti­ve Co­ope­ra­ti­va Agrí­co­la Sant Bar­to­meu (Car­re­te­ra de For­nalu­tx 8, www.co­ope­ra­ti­va­soller.com). Fei­nes Oli­ven­öl presst die pri­va­te Öl­müh­le Can Det (Car­rer d’Ozo­nes 8), die man auch be­sich­ti­gen kann.


Pol­lença

Mallorquinische Konfitüren, hergestellt von Behinderten, gefördert von Peter Maffay. (Foto: Thomas Schröder)
Mal­lor­qui­ni­sche Kon­fi­tü­ren, her­ge­stellt von Be­hin­der­ten, ge­för­dert von Peter Maf­fay. (Foto: Tho­mas Schrö­der)
Pol­lença ist die zwei­te Hei­mat von Peter Maf­fay. Etwas au­ßer­halb der »Kul­tur­haupt­stadt des Nor­dens« be­treibt der so­zi­al en­ga­gier­te Mu­si­ker die Bio-Finca Ca’n Su­re­da (Cami Vell de Cam­pa­net, www.can­su­re­da.es, On­li­ne-Ein­kauf: www.su­re­da.de). Ver­kauft wer­den die Pro­duk­te der Finca wie Wurst­wa­ren, Käse, Honig und Kon­fi­tü­ren (letz­te­re her­ge­stellt in einer nahen Be­hin­der­ten­werk­statt) di­rekt im Hof­la­den und an einem Stand auf dem Sonn­tags­markt von Pol­lença. Ein Spe­zi­al­ge­schäft für mal­lor­qui­ni­sche und spa­ni­sche De­li­ka­tes­sen ist En­se­ñyat (Car­rer Al­cú­dia 5, www.en­se­nyat.com) im Her­zen der Stadt.


Sa­li­nes de Lle­vant und Ses Sa­li­nes

Die Salzsalinen von Llevant – Abbaugebiet eines sehr guten Meersalzes. (Foto: Thomas Schröder)
Die Salz­sa­li­nen von Lle­vant – Ab­bau­ge­biet eines sehr guten Meer­sal­zes. (Foto: Tho­mas Schrö­der)
Sehr gutes Meer­salz, dar­un­ter auch das feine Flor de Sal, pro­du­zie­ren die Sa­li­nes de Lle­vant (Car­re­te­ra Cam­pos a Colò­nia de Sant Jordi, km 10, www.sa­li­nas­de­le­van­te.com) im Hin­ter­land von Mallor­cas Pa­ra­de­strand Es Trenc ganz im Süden der Insel. Die Sa­li­nen kön­nen auf Füh­run­gen be­sich­tigt wer­den, und na­tür­lich kann man das Salz hier auch gleich vor Ort er­wer­ben. Eine wei­te­re Ein­kaufs­quel­le für Flor de Sal in vie­len Va­ria­tio­nen bil­det Cas­sai Gour­met (Plaça Sant Bar­to­meu 5) im nahen In­lands­städt­chen Ses Sa­li­nes.


Ge­schmack ge­fun­den an der ku­li­na­ri­schen Viel­falt Mallor­cas? Viele wei­te­re In­for­ma­tio­nen bis hin zu De­tails ein­zel­ner Wein­gü­ter fin­den sich sogar auf Deutsch unter www.il­les­ba­le­ars­qua­li­tat.es, be­ach­tens­wert ins­be­son­de­re das Stich­wort »Rou­ten der Gau­men­ge­nüs­se« (Agro­ru­tes del Bon Gust).

Na dann: Bon pro­fit – guten Ap­pe­tit!