Top Ten

Teil 11: Ber­lin

oder Be­geg­nun­gen von Tä­tern und Op­fern an der Lidl-Kasse

Portrait Gabriele TrögerPortrait Michael BussmannBer­lin, eine Me­tro­po­le, ein Pla­net oder gar ein Kos­mos? Un­se­re Haus­au­to­ren Micha­el Buss­mann und Ga­brie­le Trö­ger brin­gen Licht in den Groß­stadt­dschun­gel und stel­len, ganz sub­jek­tiv, ihre Top Ten zur Haupt­stadt vor. Dass es dabei nicht auf die Mu­se­ums­in­sel und in den Reichs­tag geht, ver­steht sich bei­na­he von selbst. Denn auch den Boros-Bun­ker und die Beus­ter Bar soll­te man mal ge­se­hen haben. Und was hat es ei­gent­lich mit die­ser merk­wür­di­gen Po­wer­nap­ping-Lo­ka­li­tät auf sich?


Ber­lin – Micha­el Buss­manns und Ga­brie­le Trö­gers Top Ten

DDR-Ge­schich­te haut­nah: Ge­denk­stät­te Ho­hen­schön­hau­sen

Auch wenn es gerne einmal vergessen wird, die DDR war eine Diktatur. (Foto: Michael Bussmann)
Auch wenn es gerne ein­mal ver­ges­sen wird, die DDR war eine Dik­ta­tur. (Foto: Micha­el Buss­mann)
Alles, was mit ge­teil­tem Ber­lin und DDR zu tun hat, zieht Tou­ris­ten nur so an: die bunt be­mal­te East­side Gal­le­ry, das os­tal­gi­sche DDR-Mu­se­um oder der Check­point Char­lie mit sei­nen als Al­li­ier­te ver­klei­de­ten Sta­tis­ten.
Un­se­ren Gäs­ten legen wir die Ge­denk­stät­te Ho­hen­schön­hau­sen ans Herz. Bes­ser als in die­sem ehe­ma­li­gen Stasi-Un­ter­su­chungs­ge­fäng­nis für po­li­ti­sche Häft­lin­ge lässt sich das grau­sa­me, per­fi­de Ge­sicht der DDR nicht er­fah­ren. Neben His­to­ri­kern füh­ren auch ehe­ma­li­ge In­sas­sen in die schreck­lich engen, sti­cki­gen Ein­mann-Zel­len, die Gum­mi­zel­le und die Ver­neh­mungs­räu­me. Das was sie er­zäh­len, lässt einem die Ze­hen­nä­gel kräu­seln. Bis zum Fall der Mauer war der Ort ein wei­ßer Fleck auf allen Kar­ten der DDR, ein Sperr­be­zirk und ab­so­lut ge­heim. Die In­haf­tier­ten wuss­ten nicht, wo sie waren, wur­den oft mo­na­te­lang schi­ka­niert und ver­hört. – Die Wär­ter und das Ver­neh­mungs­per­so­nal von einst woh­nen üb­ri­gens teils noch immer in un­mit­tel­ba­rer Nähe, Be­geg­nun­gen von Tä­tern und Op­fern an der Lidl-Kasse kön­nen vor­kom­men.
Brin­gen Sie Zeit mit! Al­lei­ne die Füh­rung dau­ert ca. 90 Mi­nu­ten, hinzu kommt eine span­nen­de und sehr de­tail­rei­che Dau­er­aus­stel­lung.
Füh­run­gen von März-Okt. täg­lich von 10-16 Uhr zu jeder vol­len St­un­de, Nov.-Febr. Sa/So eben­falls von 10-16 Uhr zu jeder vol­len St­un­de, Mo-Fr je­doch nur um 11, 13 und 15 Uhr. Keine Be­sich­ti­gung der Haft­an­stalt ohne Füh­rung. 6 €, erm. 3 €. Die Dau­er­aus­stel­lung auf dem Ge­län­de ist täg­lich von 9-18 Uhr ge­öff­net, Ein­tritt frei. www.stif­tung-hsh.de.


Ganz gro­ßes Kunst-Kino: Boros-Bun­ker

In der Sammlung Borus im einstigen Reichsbahnbunker. (Foto: NOSHE)
In der Samm­lung Borus im eins­ti­gen Reichs­bahn­bun­ker. (Foto: NOSHE)
Mu­se­ums­in­sel, Ge­mäl­de­ga­le­rie und Hun­der­te von Ga­le­ri­en. Dahin oder dort­hin? Kunst­freun­de haben in der Haupt­stadt die Qual der Wahl.
Völ­lig aus der Reihe fällt eine Füh­rung durch den so ge­nann­ten Boros-Bun­ker, den der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gner Chris­ti­an Boros zwi­schen 2003 und 2007 für seine Samm­lung zeit­ge­nös­si­scher Kunst um­bau­en ließ. Im eins­ti­gen Reichs­bahn­bun­ker (für 2000 Per­so­nen), zu DDR-Zei­ten wegen der La­ge­rung von Süd­früch­ten »Ba­na­nen­bun­ker« ge­nannt und in den 1990ern als »Bun­ker« einer der här­tes­ten Tech­no­clubs der Welt, be­geg­net man unter an­de­rem Wer­ken von Ólaf­ur Elías­son, Ai Wei­wei und Wolf­gang Till­mans – ab­so­lut se­hens­wert!
Der Haus­herr lebt üb­ri­gens auf dem Dach des Bun­kers in einer 450 Qua­drat­me­ter gro­ßen Pent­house­woh­nung mit Pool. Diese darf man aber lei­der nicht be­su­chen …
Füh­run­gen (12 €, Dauer 90 Min.) nur Do-So nach An­mel­dung unter www.samm­lung-boros.de – küm­mern Sie sich recht­zei­tig um einen Ter­min!


Woh­nen: Bei den Af­fen­ärs­chen im 25hours Hotel

Im stylisch-coolen 25hours Hotel mit Blick auf den Zoo. (Foto: Stephan Lemke)
Im sty­lisch-coo­len 25hours Hotel mit Blick auf den Zoo. (Foto: Ste­phan Lemke)
Uns ge­fällt es, wo wir woh­nen. Hier in Kreuz­berg, mit all den lie­bens­wer­ten Chao­ten in der Nach­bar­schaft und mit dem Punk von ge­gen­über, der gerne mal in der abend­li­chen Rush Hour vom Mit­tel­strei­fen in vor­bei­fah­ren­de Ca­bri­os pin­kelt. Auch die Rat­ten im Hin­ter­hof, die in lauen Som­mer­näch­ten auf den Müll­con­tai­nern Po­lo­nai­se tan­zen, stö­ren nicht son­der­lich, uns je­den­falls nicht.
Aber käme doch mal der Kam­mer­jä­ger und würde so viel Gift sprit­zen, dass wir vor­über­ge­hend aus­zie­hen müss­ten, wür­den wir ins 25hours Hotel in Spuck­wei­te zum Ku’damm und in di­rek­ter Nach­bar­schaft zum Zoo zie­hen. Dann wür­den wir uns in einem »Jung­le-Zim­mer« ein­mie­ten, dort stun­den­lang Buch le­send in der Hän­ge­mat­te vor den bo­den­tie­fen Fens­tern ver­brin­gen, den ro­tär­schi­gen Pa­via­nen auf dem Af­fen­fel­sen ge­gen­über zu­se­hen und wild dis­ku­tie­ren, ob die zim­mer­ei­ge­nen Plü­sch­äff­chen Fleisch­fres­ser oder Ve­ga­ner sind.
Abends wür­den wir einen Ape­rol Spritz in der an­ge­schlos­se­nen »Mon­key Bar« neh­men und da­nach auf der groß­ar­ti­gen Ter­ras­se des Re­stau­rants »Neni« ne­ben­an Mais-Arak-Hühn­chen ver­spei­sen.
Fazit: läs­sig, schick und dazu auch noch ex­trem ge­müt­lich.
DZ ab 128 €. www.25hours-ho­tels.com.


Ver­an­stal­tung: Kar­ne­val der Kul­tu­ren

Auf dem wilden und schrillen Karneval der Kulturen. (Foto: Gabriele Tröger)
Auf dem wil­den und schril­len Kar­ne­val der Kul­tu­ren. (Foto: Ga­brie­le Trö­ger)
Jedes Jahr am Pfingst­sonn­tag, dem Tag des gro­ßen Um­zugs zum vier­tä­gi­gen »Kar­ne­val der Kul­tu­ren« in Kreuz­berg, herrscht vor un­se­rer Haus­tür der po­si­ti­ve Aus­nah­me­zu­stand. Dann näm­lich wird un­se­re Stra­ße für den Ver­kehr ge­sperrt und ge­hört für ein paar St­un­den den rund 5000 Teil­neh­mern der kun­ter­bun­ten Mul­ti­kul­ti-Pa­ra­de, die sich hier schon in den Mor­gen­stun­den auf­stellt.
Wenn wir Glück haben, ste­hen unter un­se­rem Bal­kon ki­chern­de Bo­li­via­ne­rin­nen in ihren un­ter­rö­ckelas­ti­gen Ko­stü­men und las­sen schon mor­gens um 9 Uhr die Rot­käpp­chen-Fla­schen krei­sen. Wenn wir Pech haben, sind es die »Tech­no­tür­ken« oder ähn­li­che Quäl­geis­ter, deren Bässe un­se­re Wohn­zim­mer­fens­ter fast zer­sprin­gen las­sen. Wenn sie Glück haben, strahlt die Sonne vom Ber­li­ner Him­mel. Wenn sie Pech haben, sind es 12 Grad unter der grau­en Wol­ken­schicht – die bra­si­lia­ni­schen Bi­ki­ni-Schön­hei­ten kön­nen einem dann ein­fach nur leid tun. Da­zwi­schen lau­fen Frosch­kö­ni­ge, Ka­me­le, Play­boy-Bun­nys, Tran­sen und ro­täu­gi­ge Ras­ta­fa­ris auf und ab.
Setzt sich der Zug erst ein­mal in Be­we­gung, sind auch wir auf dem Sprung. Tref­fen uns mit Freun­den, holen uns eine Caipi to go und las­sen freu­dig-stau­nend oder läs­ternd-la­chend die rund 70 Grup­pen an uns vor­über­zie­hen: chi­ne­si­sche Lö­wen­tän­zer, zu­cker­sü­ße Samba-Mä­dels, thai­län­di­sche Elfen und deut­sche Tram­pel­tie­re in Bauch­tanz­kos­tü­men.
»Zu voll, zu ver­sof­fen, zu prol­lig« mot­zen man­che un­se­rer Freun­de. Da ist ein Stück Wahr­heit dran. An­der­seits ist der Umzug grund­ehr­lich, kein tou­ris­tisch auf­ge­motz­tes Spek­ta­kel, jeder darf mit­ma­chen. Und: Wir sind glück­lich, in einer Stadt zu leben, in der Mul­ti­kul­ti so aktiv ge­lebt wird. Das ist nicht über­all selbst­ver­ständ­lich.www.kar­ne­val-ber­lin.de.


Essen: Beus­ter Bar in Neu­kölln

Etwa ein- bis zwei­mal die Woche ver­su­chen wir, den gas­tro­no­mi­schen Trends der Haupt­stadt hin­ter­her­zu­ja­gen.
Wir essen bru­tal re­gio­nal, bru­tal sai­so­nal, bru­tal roh, kom­bi­nie­ren süd­ame­ri­ka­ni­sche Roh­fisch-Ge­rich­te mit si­zi­lia­ni­scher Ca­po­na­ta, kos­ten hol­län­di­sche Bit­ter­bal­len, stop­fen iri­sche Pies mit Kar­tof­fel­pü­ree in uns hin­ein, trau­en uns an Och­sen­maul­sa­lat im »Whole Ani­mal Re­stau­rant« und an Tau­send­jäh­ri­ge Eier beim Szene-Chi­ne­sen. Stel­len in einem ge­hyp­ten ve­ga­nen Fast­food-Lokal fest, wie gräss­lich ei­freie Ma­jo­nä­se aus­sieht (und schmeckt). Gehen nach einem sünd­haft teue­ren Häpp­chen-Abend in die nächs­te Frit­ten­bu­de, um satt zu wer­den. Und müs­sen da­nach auch noch einen hal­ben Liter Hand­wer­ker­bier für schlap­pe neun Euro trin­ken. Oder ein Glas nach Hams­ter­kä­fig schme­cken­den Na­tur­wein. Ber­lins heiße Schei­ße in Sa­chen Essen ist auf­re­gend, schräg, oft toll, oft auch grenz­wer­tig und nicht sel­ten völ­lig über­teu­ert.
Eine wun­der­ba­re Ent­de­ckung war für uns in die­sem Jahr die »Beus­ter Bar« in Neu­kölln. Halb Bar, halb Re­stau­rant, ge­wohnt shab­by-schick und fröh­lich-laut. Hier be­kommt man Essen, das glück­lich macht, so hand­fest wie ge­konnt, so raf­fi­niert wie um­stands­los. Wir be­stell­ten ein Spar­gel­schaum­süpp­chen, einen Coq au Ries­ling (!) und ein Ok­to­pus­ärm­chen auf Ki­cher­erb­sen­pü­ree. Sprich: ein biss­chen Deutsch­land, ein biss­chen Frank­reich, ein biss­chen Mit­tel­meer. Zu Prei­sen (Haupt­ge­rich­te 15 bis 25 Euro), die wir für das Ge­bo­te­ne gerne be­zahlt haben. Note Eins mit Stern!
Täg­lich ab 18 Uhr, Sa Brunch. Tel. 030/41959780, www.beus­ter­bar.com.


Skur­ril: Po­wer­nap­ping

Klei­ner Er­ho­lungs­schlaf zwi­schen Mu­se­um und Shop­ping­ma­ra­thon nötig? Dann ist es Zeit für einen Sprung ins »Ni­cker­chen«!
Nicht nur Bu­si­nes­speop­le aus den um­lie­gen­den Büros über­win­den hier ihr Nach­mit­tags­tief, auch Tou­ris­ten sind in dem Dös­la­den herz­lich will­kom­men. Im »Ener­gie­auf­la­de­la­den« kos­ten 30 Mi­nu­ten Po­wer­nap­ping in einer Wohl­fühl-Schlaf­ni­sche acht Euro, Schlaf­bril­le und or­tho­pä­di­sche Ma­trat­ze in­klu­si­ve.
Wer sich lie­ber mas­sie­ren lässt statt kraft­ni­ckert, kann zwi­schen Bu­si­ness-Ex­press-Mas­sa­gen, ha­waii­ani­scher Lomi-Lomi-Mas­sa­ge und ei­ni­gen an­de­ren hüb­schen Din­gen wäh­len.
Mo/Mi 13.30-16.30 Uhr, Di/Do/Fr 12-15 Uhr. www.ni­cker­chen-ber­lin.de.


Ber­lin mit Kin­dern: Zu den Dinos ins Na­tur­kun­de­mu­se­um

Der ausgestopfte Eisbär Knut im für Kinder und Eltern spannenden Naturkundemuseum. (Foto: Gabriele Tröger)
Der aus­ge­stopf­te Eis­bär Knut im für Kin­der und El­tern span­nen­den Na­tur­kun­de­mu­se­um. (Foto: Ga­brie­le Trö­ger)
Kin­der­ca­fé, Kin­der­mu­se­en, Kin­der­bad, Kin­der­thea­ter. Was gibt es nicht alles für Kin­der in Ber­lin? Das We­nigs­te ist aber auch für Er­wach­se­ne span­nend.
Nicht so das Na­tur­kun­de­mu­se­um, wo Klein und Groß zu­sam­men glück­lich wer­den. Das High­light ist der Licht­hof des Mu­se­ums mit dem Bra­chio­sau­rus bran­cai, dem größ­ten je re­kon­stru­ier­ten Di­no­sau­ri­er­ske­lett. Das Tier war so groß wie ein vier­stö­cki­ges Haus und so schwer wie zehn Ele­fan­ten! Mit dem Archaeo­pte­ryx li­to­gra­phi­ca be­fin­det sich in der Sau­rier­hal­le auch das be­rühm­tes­te Fos­sil der Welt.
Noch bis min­des­tens 2018 ist zudem ein paar Hal­len wei­ter der »Tris­tan Otto« ge­nann­te Ty­ran­no­sau­rus rex zu sehen, des­sen Ske­lett­tei­le erst 2010 in Mon­ta­na (USA) ent­deckt wur­den. Da­nach kann man wei­ter­zie­hen in die Prä­pa­ra­ti­ons­ab­tei­lung, wo man Go­ril­la Bobby be­geg­net, dem Ber­li­ner Zoo­lieb­ling der 1930er-Jahre, dem le­gen­dä­ren Eis­bä­ren Knut (2006-2011) und dem zu Leb­zei­ten als frau­en­feind­lich ver­schrie­nen Pan­da­bä­ren Bao Bao (1978-2012), eben­falls aus dem Ber­li­ner Zoo.
Di-Fr 9.30-18 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr. 8 €, erm. 5 €, Fa­mi­li­en­ti­cket 15 €. www.na­tur­kun­de­mu­se­um-ber­lin.de.


Aus­ge­hen: In die Höhle der Löwen rund um den Kotti

Wir hören es immer wie­der: »Igitt, ab­ge­ranzt, kri­mi­nell, ver­sifft. Und so viele Tou­ris­ten.« Ist uns wurscht. Wir ver­brin­gen un­se­re Näch­te immer noch gerne rund um das Kott­bus­ser Tor in Kreuz­berg, im Eck der armen Tür­ken, der Jun­kies und der an­tan­zen­den und klau­en­den Ju­gend­ban­den. In Kn­ei­pen, Bars und Clubs mit einem Hauch von Ges­tern und Vor­ges­tern, die aber un­ge­bremst po­pu­lär sind.
Wir star­ten auf den durch­ge­ses­se­nen Sofas des al­ter­na­ti­ven, tür­kisch ge­präg­ten »Cafés Kotti«, zie­hen wei­ter ins »Möbel Olfe«, der selbst er­nann­ten, schwer ver­rauch­ten »Trink­hal­le« mit ihrem güns­ti­gen pol­ni­schen Bier, ihrer lau­ten Musik und ihren hüb­schen Gay-Paa­ren und trin­ken da­nach einen Cock­tail im plü­schi­gen »Wür­ge­en­gel«. Die stil­vol­le Bar mit ihren adret­ten Bar­kee­pern wurde nach dem gleich­na­mi­gen Film von Luis Buñu­el (1962) be­nannt, in dem eine Par­ty­ge­sell­schaft von einer ge­hei­men Kraft am Ver­las­sen der Feier ge­hin­dert wird. Wer also län­ger bleibt, weiß warum …
Und da­nach? Vi­el­leicht ist ge­ra­de Nacht­floh­markt oder ein schrä­ges Kon­zert im »SO 36«, dem Kult­club in der Ora­ni­en­stra­ße. Falls dem nicht so ist, lässt man den Abend am bes­ten im »Mon­arch« aus­klin­gen, einer über­schau­ba­ren DJ-Bar, wo man ent­we­der auf der klei­nen Tanz­flä­che zap­pelt oder von den Pan­ora­ma­fens­tern den ein­fah­ren­den Hoch­bah­nen hin­ter­her­blickt. Aber Ach­tung: Hier sind nun wirk­lich viele Tou­ris­ten!
www.ca­fe­kot­ti.de. www.moe­bel-olfe.de. www.wu­er­ge­en­gel.de. www.so36.de. www.kot­ti­mon­arch.de.


Ein­kau­fen: Bi­ki­ni Ber­lin

»Oben was, unten was und in der Mitte nüscht.« Das frü­he­re Luft­ge­schoss, von dem der über Jahre hin­weg vor sich hing­am­meln­de Ge­bäu­de­rie­gel am Breit­scheid­platz in der City West sei­nen Namen er­hielt, ist längs­tens ge­schlos­sen wor­den. Seit 2014 be­fin­det sich in dem 60er-Jahre-Bau die wohl läs­sigs­te Mall der Stadt.
In einer Ar­chi­tek­tur, die so luf­tig und leicht ist wie das Leben vie­ler Ber­li­ner, ma­chen sich Hips­ter auf die Suche nach coo­len Bril­len, Kla­mot­ten und Schu­hen. Viele an­säs­si­ge La­bels kom­men aus Ber­lin, zudem über­ra­schen immer wie­der Pop-up-Sto­res. Die Fens­ter des an­ge­schlos­se­nen Cafés gehen – wie auch viele des be­nach­bar­ten 25hours Hotel (siehe oben) – zum Af­fen­fel­sen des Zoos. Un­be­dingt vor­bei­schau­en!
www.bi­ki­ni­ber­lin.de.


Aus­flug: Rad­tour am Wann­see ent­lang

Mit dem Segelboot auf dem Wannsee, der Badewanne Berlins. (Foto: Michael Bussmann)
Mit dem Se­gel­boot auf dem Wann­see, der Ba­de­wan­ne Ber­lins. (Foto: Micha­el Buss­mann)
Pack die Ba­de­ho­se ein! Eine wun­der­schö­ne Rad­tour ent­lang der Ba­de­wan­ne Ber­lins star­tet am S-Bahn­hof Wann­see.
Von dort geht es vor­bei an der Villa des Ma­lers Max Lie­ber­mannn (traum­haft am See ge­le­gen) und ver­steck­ten Sand­buch­ten zur An­le­ge­stel­le der Fähre auf die Pfau­en­in­sel (UNESCO-Wel­ter­be). Das Fahr­rad darf man auf die Insel aber nicht mit­neh­men, dort herrscht Fahr­ver­bot! Eine Reihe von ro­man­ti­schen Bau­ten steht auf dem Ei­land, das sich 18 Ein­woh­ner mit rund 30 stol­zen Pfau­en tei­len.
Jetzt kann man sei­nen Aus­flugs­hun­ger im »Wirts­haus zur Pfau­en­in­sel« (oder auf der Ter­ras­se davor) mit Mat­jes, En­ten­bra­ten oder Schnit­zel stil­len, bevor die Tour wei­ter geht: zur Gli­eni­cker Brü­cke, Schau­platz des einen oder an­de­ren Agen­ten­tauschs wäh­rend des Kal­ten Krie­ges, zum Gli­eni­cker Schloss mit sei­nem wun­der­schö­nen Park und schließ­lich zum S-Bahn­hof Grieb­nitz­see, wo man die Bahn zu­rück nach Ber­lin neh­men kann.
Die Tour ist ein Muss, auch für uns. Ein­mal im Jahr fin­den wir dafür immer Zeit.
www.lie­ber­mann-villa.de, www.pfau­en­in­sel.de.