Unterwegs mit Michael Müller und Hans-Peter Siebenhaar
Vor über vier Jahrzehnten saßen wir im Innenhof der Erlanger Studentenkneipe „Pleitegeier“ bei einem Seidla fränkischem Bier zusammen. Der eine kam gerade von einer Recherchereise aus Portugal zurück, der andere war auf dem Weg nach Griechenland. Bei allem Fernweh liebten wir unsere fränkische Heimat abseits der damals noch allgegenwärtigen Engstirnigkeit und Spießigkeit.
Entgegen allen Ratschlägen entschieden wir uns damals – in Zeiten schönfärberischer Heimattümelei –, ein kritisches Reisebuch zur Fränkischen Schweiz zu schreiben, das auch unbequeme Themen nicht aussparen sollte. So etwas gab es 1984 am deutschen Reisebuchmarkt noch nicht. Während damals das lokale Establishment erwartungsgemäß mit Ablehnung auf diese unerwartete kritische Heimatliebe reagierte, waren unsere Leser von Anfang an begeistert. Bis heute wurden über 100.000 Exemplare der „Fränkischen Schweiz“ verkauft. Wir danken dafür allen Leserinnen und Lesern in den vergangenen mehr als vier Dekaden.
Wir haben uns geändert, die Fränkische Schweiz hat sich (zum Glück nur ein wenig) geändert. Geblieben ist aber die Begeisterung für die schöne Natur, die malerischen Dörfer und Städte, die Burgen und Schlösser, für die authentische Küche, die familiären Brauereien und Brennereien sowie vor allem für die individualistischen und zugleich bescheidenen Menschen unserer fränkischen Heimat. Für uns ist die Fränkische Schweiz bis heute ein Juwel, das seinesgleichen sucht.
