Reiseführer
Wachau – Wald- und Weinviertel

Barbara Reiter, Michael Wistuba

Unterwegs mit Barbara Reiter und Michael Wistuba

Portrait Barbara ReiterPortrait Michael WistubaVom 1248 m hohen Mu­cken­ko­gel, un­se­rem Haus­berg in den nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Voral­pen, reicht der Blick bis zu den Stif­ten Gött­weig und Melk. Dort liegt die Wach­au. Links da­hin­ter be­ginnt das Wald­vier­tel, und rechts lässt sich das Wein­vier­tel er­ah­nen.
In alle drei Ge­gen­den füh­ren uns Aus­flü­ge seit un­se­rer Kind­heit. Und schon da­mals war es dort nie fad. Wir kra­xel­ten auf die Burg­rui­nen von Aggstein und Dürn­stein – die Sagen vom Ro­sen­gärt­lein und vom Sän­ger Blon­del kann­ten wir aus der Schu­le. Wir lie­ßen St­ei­ne über die Donau flit­zen und ritz­ten Mus­ter in Löss­wän­de. Beim Heu­ri­gen schmeck­ten uns Wach­au­er Schnit­te und Trau­ben­saft (fürs Gla­serl Wein waren wir noch zu jung). Das Wald­vier­tel hiel­ten wir für ein ge­heim­nis­vol­les Land mit Gno­men, die hin­ter rie­si­gen St­ein­blö­cken und in Moo­ren wohn­ten und nichts an­de­res zu tun hat­ten, als über­all Hei­del­bee­ren an­zu­pflan­zen. Und zwar die rich­ti­gen, von denen man lila Fin­ger und eine blau­schwar­ze Zunge bekam.
Mitt­ler­wei­le ist der maus­graue Kirch­turm von Dürn­stein schon lange blau ge­tüncht, die ganze Wach­au Wel­ter­be, und das Wald­vier­tel steht als Er­ho­lungs­ort hoch im Kurs. Die Wein­viert­ler Kel­ler­gas­sen sind her­aus­ge­putzt, und der Grüne Velt­li­ner ist längst kein He­cken­kle­scher mehr. Vie­les hat sich ver­än­dert, aber eines ist ge­blie­ben: Nie wird uns hier fad.