Rei­se­re­por­ta­ge

Mit Kin­dern in New York
Teil 1

Das größ­te aller mög­li­chen Stadt­er­leb­nis­se mit Kin­dern? Ein ab­sur­der Ge­dan­ke. »Gar nicht«, schüt­telt Do­ro­thea Mar­tin den Kopf. Von der ge­eig­ne­ten Un­ter­kunft über die per­fek­te Re­stau­rant­lo­ca­ti­on bis zum idea­len Spiel­platz hat die Rei­se­buch­au­to­rin von »New York MM-City« (3. Auf­la­ge 2011) eine Menge Tipps ge­sam­melt, um auch mit der Fa­mi­ly im Big Apple bes­tens zu­recht zu kom­men. Oder wuss­ten Sie, dass die Kids in einer Gru­sel­burg über­nach­ten, in einem Lokal um­sonst essen und auf einem Play­ground spie­len kön­nen, der 7 Mil­lio­nen Dol­lar ge­kos­tet hat?


Portrait Dorothea MartinNew York ist ein Pa­ra­dies für Kunst­lieb­ha­ber, für Sho­po­ho­lics, Nacht­schwär­mer und Gour­mets, aber für Kin­der?!
Zu teuer, zu groß, zu ge­fähr­lich, zu laut und zu schnell, wer­den Sie sagen. Mo­ment mal bitte: Wo sonst fin­den Sie einen so gi­gan­ti­schen Out­door­spiel­platz wie in der Stadt der Städ­te? Hier wird schon der All­tag zum High­light für die Kids: z. B. das Fah­ren mit der U-Bahn (Kin­der nut­zen die Sub­way üb­ri­gens bis zu einer Größe von 112 cm, das ent­spricht etwa 5 Jah­ren, kos­ten­los), die Boots­fahrt zur Li­ber­ty Is­land (oder kos­ten­frei nur an der Frei­heits­sta­tue vor­bei zur Sta­ten Is­land) oder schlicht das bunte Völ­ker­ge­misch auf den Stra­ßen.
Dazu hält die Me­tro­po­le über­ra­schend viele kin­der- und fa­mi­li­en­freund­li­che An­ge­bo­te parat – die rund 2 Mil­lio­nen Kin­der in New York leben näm­lich gar nicht schlecht …


Kin­der­ge­recht ge­bet­tet

Aber, von vorne: Für Fa­mi­li­en mit klei­nen Kin­dern ist es in New York rat­sam, sich ein Apart­ment zu mie­ten, denn die hie­si­gen Ho­tel­zim­mer sind no­to­risch klein und nicht immer güns­tig. Wer den­noch ein Hotel vor­zieht, hat ei­ni­ge fa­mi­li­en­freund­li­che Mög­lich­kei­ten. Leute mit viel Geld müs­sen mit ihren Spröss­lin­gen un­be­dingt ins Four Sea­sons (Mid­town, www.four­sea­sons.com). Es er­staunt, aber diese Lu­xus­her­ber­ge ist voll auf Kin­der ein­ge­stellt: vom Kin­ders­ham­poo und dem Kin­derb­ade­man­tel bis hin zu einer Kin­der-DVD-Bi­blio­thek, Spie­len und ge­ziel­ten Ak­ti­vi­tä­ten. Das Al­ler­bes­te: Kin­der unter 18 schla­fen hier kos­ten­los. (Dafür zah­len die El­tern umso mehr …)

Etwas scho­nen­der für das Bud­get sind fol­gen­de Ho­tels: das 70 Park Ave­nue (Mid­town, www.70par­ka­ve.com), ein Bou­tique-Hotel, wo die Klei­nen im Kid’s Rule Pro­gramm be­schäf­tigt wer­den, das Art-Deco Bel­ve­de­re Hotel (Mid­town, www.bel­ve­der­eho­telnyc.com), das Mi­ni­kü­chen und Nin­ten­do im Zim­mer hat, sowie die Dou­ble­tree Guest Sui­tes (Times Squa­re, dou­ble­tree1.hil­ton.com), die einen Kids Club, kin­der­si­che­re Räume und Kin­der­spei­sen­kar­te bie­ten. In den No­vo­tels (www.ac­cor­ho­tels.com) üb­ri­gens schla­fen Kin­der zwar nicht kos­ten­frei, aber sie essen um­sonst.

Total ex­tra­va­gant und nur für meh­re­re, un­er­schro­cke­ne Kin­der ge­eig­net, ist ein »Ex­tre­me Slee­po­ver« bei Ri­pley’s Be­lie­ve it or Not! (www.ri­pleysne­wyork.com). Es rich­tet sich an Kin­der und Ju­gend­li­che zwi­schen 6 und 18 Jah­ren, die für $ 115 die Nacht in Ri­pleys Skur­ri­li­tä­ten­ka­bi­nett am Times Squa­re, einem Mu­se­um mit bi­zar­ren Fund­stü­cken wie Schrumpf­köp­fen oder Mu­mi­en, schla­fen wol­len, in­klu­si­ve einer »flash­light sca­ven­ger«, also einer Schatz­su­che im Dun­keln mit Ta­schen­lam­pe, einem Wett­lauf durch ein La­ser­strah­len­la­by­rinth, Din­ner, Früh­stück und dem ob­li­ga­to­ri­schen Er­in­ne­rungs­shirt. Es wer­den nur aus­ge­wähl­te Ter­mi­ne an­ge­bo­ten, und die Sache ist auch nur etwas für sehr selb­stän­di­ge Kin­der mit star­ken Ner­ven und Aben­teu­er­lust.


Egal ob zu­hau­se oder in der City – kin­der­freund­lich essen ist mög­lich!

Wer ge­müt­lich im Apart­ment wohnt und/oder eine Küche hat, wird ab und an auch mal zu Hause essen wol­len. Das heißt ja nicht un­be­dingt auch ko­chen. Zu »fau­ler« Ur­laubs­stim­mung passt Ki­dF­resh (www.kid­fresh.com). Einst ein win­zi­ger Le­bens­mit­tel­la­den für Kin­der, wer­den die ge­sund­heits­be­wuss­ten Bio-Fer­tig­ge­rich­te dank des rie­si­gen Er­folgs nun u. a. in den Who­le­food Su­per­märk­ten ver­kauft und brau­chen nur noch heiß ge­macht zu wer­den. Su­per­wit­zig zum Ein­kau­fen und Bum­meln ist auch der De­kalb Mar­ket in Brook­lyn (tägl. 11- 19 Uhr, nicht im Win­ter, 322 Flat­bush Ave­nue/138 Will­ough­by­street, www.de­kalb­mar­ket.com) mit einer klei­nen, aber fei­nen Aus­wahl an lo­ka­len Le­bens­mit­tel­pro­du­zen­ten. Die Stän­de der Köche, De­si­gner und Krea­ti­ven be­fin­den sich in Schiff­scon­tai­nern, am Wo­che­nen­de ist hier Floh­markt.

Zauberei während des Wochenendbrunchs
Zau­be­rei wäh­rend des Wo­chen­end­brunchs
Wenn Sie es al­ler­dings wie die New Yor­ker hal­ten wol­len, gehen Sie zum Essen aus. Wer die Fa­mi­lie dabei hat, möch­te sich meist nicht im teu­ren No­bel­re­stau­rant mit per­fek­ten Tisch­ma­nie­ren wie­der­fin­den, son­dern sucht eher fa­mi­li­en­freund­li­che Gas­tro­no­men. Bur­ger­bars wie die Shake Shack Kette und Ame­ri­ka­ni­sche Di­ners sind immer ge­eig­net und güns­tig, wenn­gleich we­ni­ger »ge­sund«. Zu emp­feh­len ist »The Bar­king Dog Lun­che­onet­te« (Upper East Side, www.bar­king­do­g94.com), wo das Hun­de­the­ma auch im Dekor ver­folgt wird und eine sehr um­fang­rei­che Spei­sen­kar­te ge­bo­ten wird; das West­way Diner (Hell’s Kit­chen, www.west­way­di­ner­nyc.com), ein güns­ti­ger Klas­si­ker; der Peels Diner (Bo­wery, www.peels­nyc.com), das eher mo­der­ne Pen­dant davon, und die Dal­las BBQ-Kette (ver­schie­de­ne Lo­ca­ti­ons, www.dal­lasbbq.com), die ganz auf Fleisch in allen ge­grill­ten Va­ri­an­ten setzt. Im Bro­ther Jimmy’s BBQ (Upper West Side, www.bro­ther­jim­mys.com) essen Kin­der unter 12 sogar kos­ten­frei. Meis­tens über­teu­ert, aber für Kin­der eben ganz spa­ßig, sind die The­men­re­stau­rants der Stadt wie das Mars 2112 mit sei­ner Be­die­nung in au­ßer­ir­di­schen Ko­stü­men (Mid­town, www.mar­s2112.com) und das Je­kyll & Hyde, ein Geis­ter­haus auf 4 Eta­gen mit in­ter­ak­ti­vem Live-En­ter­tain­ment (Gre­en­wich Vil­la­ge, www.je­kyl­land­hy­de­club.com). Das Se­ren­di­pi­ty 3 mit sei­nen rie­si­gen Eis­be­chern im Kitsch­de­kor bie­tet schon ein bes­se­res Preis-Leis­tungs­ver­hält­nis (Mid­town, www.se­ren­di­pi­ty3.com). Wer auf Zau­be­rei steht, kann auch sams­tags und sonn­tags zum »Magic Brunch« ins Cer­cle Rouge, eine fran­zö­si­sche Bras­se­rie­ket­te, gehen (Mid­town, www.cer­cle­rouge­res­to.com). Es gibt eben­falls krea­ti­ve Orte mit Nah­rungs­an­ge­bot wie etwa das Moo­mah in TriBeCa (einem Stadt­teil von Man­hat­tan) – Cafe, Ga­le­rie und Wald­spiel­platz in einem, wo die Kin­der bas­teln und toben kön­nen (www.moo­mah.com), oder das Brook­lyn Moxie Spot Fa­mi­ly Re­stau­rant, das z. B. In­door-Fuß­ball, Ge­sell­schafts­spie­le, Wii oder Ver­an­stal­tun­gen wie die Mo­vied­in­ners immer frei­tags bie­tet (www.the­moxie­spot.com). Zu den kin­der­freund­li­chen Ita­lie­nern zäh­len das Car­mi­ne’s Ita­li­an (Mid­town, www.car­mi­nes­nyc.com) und die Two Boots-Piz­ze­ri­en (ver­schie­de­ne Lo­ca­ti­ons, www.two­boots.com). Zum kin­der­freund­lichs­ten Re­stau­rant der Stadt wurde kürz­lich das Blue Rib­bon Brook­lyn ge­wählt, das ein Kids Menue für $10 bie­tet (www.blue­rib­bon­re­stau­rants.com). Auch Bubby’s in Dumbo ser­viert Kin­dern ein Menue für unter $10 (www.bub­bys.com).


Krea­tiv toben für alle Al­ters­klas­sen

Kreatives Spielen für 7 Millionen Dollar
Krea­ti­ves Spie­len für 7 Mil­lio­nen Dol­lar
Spie­len und spie­le­ri­sches Ler­nen wird in New York ganz groß­ge­schrie­ben, in den letz­ten Jah­ren sind in allen Stadt­tei­len un­glaub­lich viele Parks, Grün­an­la­gen und hoch­mo­der­ne Spiel­plät­ze ent­stan­den, auf denen sich der Nach­wuchs aus­to­ben kann. Zu den bes­ten zäh­len der Heck­scher Play­ground im Cen­tral Park, der der größ­te Spiel­platz der Stadt ist (an der 62nd Street), der Brook­lyn Bridge Park am Pier 6 (Fur­man Street Ecke At­lan­tic Ave­nue) mit Strand­zu­gang und Was­ser­spie­len, der South Street Se­aport Ima­gi­na­ti­on Play­ground, der ein neues Kon­zept ver­folgt, das keine Ge­rüs­te und Rut­schen mehr kennt, son­dern krea­ti­ves Spie­len för­dert (hat 5 Jahre Bau­zeit ge­braucht und 7 Mil­lio­nen Dol­lar ge­kos­tet!).

Eine ähn­li­che Stra­te­gie ver­folgt auch der na­gel­neue Union Squa­re Park-Spiel­platz mit sei­nem kul­ti­gen De­sign, des­sen Ge­rät­schaf­ten und ihre An­wen­dung erst ein­mal ent­rät­selt wer­den müs­sen. Prak­tisch sind der Play­ground 42nd Street zwi­schen 11th und 12th Ave­nue wegen sei­ner Lage, und der Spiel­platz im Ma­di­son Squa­re Park mit Ge­rä­ten für jede Al­ters­klas­se. Eben­falls neu, aber mit einem In­dia­ner­the­ma ge­stal­tet, wurde der In­dian Play­ground im In­wood Hill Park ganz im Nor­den der Stadt.

Ein Skate­park be­fin­det sich am Pier 62, 22nd Street am Hud­son River.


In Teil 2 geht es um geht es um Sight­see­ing mit Kin­dern in New York:

  1. Mit Kin­dern in New York, Teil 2