Reportage

Von der Heilquelle zur Einnahmequelle -

die zweijährige Suche nach der Sanierung des Stadtbudgets

Ein Artikel von Hans-Peter Koch, dem Autor des neuen Kanaren-Guides »La Palma« (zusammen mit Irene Börjes). Er berichtet von der Suche nach einer Heilquelle, die in einem Aufwasch den Stadtsäckel, aber auch die kulturhistorisch wertvollen Steinzeichnungen retten kann.


Es muss sie geben – die heilige, die heiße, die Heilquelle. Schließlich hat Fuencaliente (»heiße Quelle«) an der Südspitze La Palmas von ihr seinen Namen. Aber seit dem letzten Vulkanausbruch des San Antonio 1677 ist die Quelle verschüttet, vergraben, verschwunden. Dabei soll sie wieder frisches Geld in den Stadtsäckel spülen. Also gräbt man seit zwei Jahren, hofft die »Goldader« zu finden und Fuencaliente dann zum Heilbad ausbauen zu können. Gerade in diesem Sommer hat die kanarische Regierung weitere 321.000 Euro als Zuschuss für die Grabungsarbeiten bewilligt.

Und die Chancen, fündig zu werden, stehen nicht allzu schlecht. Carlos Soler, der Grabungsleiter, setzt direkt am Roque de Teneguia an – auch dieses vermeintliche Heiligtum der Urbevölkerung wurde bei dem Vulkanausbruch vor 337 Jahren zerstört. Die aber immer noch im Umkreis des gelben Phonolithfelsens gefundenen Steinzeichnungen lassen vermuten, dass hier einst eine Kultstätte der Altkanarier gewesen ist – womöglich in unmittelbarer Nähe der »heiligen Quelle«.

Bislang haben Wandergruppen auf La Palma rund um den 20 m hohen Roque de Teneguia die Petroglyphen, die Spiral-Zeichnungen der Altkanarier, mühsam suchen und identifizieren müssen. Häufig wurde dann schwarzer Lavasand in die Ritzungen der Steinzeichnungen gestreut, um die besser erkennen und fotografieren zu können. Den Petroglyphen hat das nicht gut getan: Viele Fundorte sind zertrampelt, manche Steinzeichnungen verwittert und zerkratzt. Ein sorgsamer Ausbau der Fundstätten – womöglich im Verbund mit der Erschließung der verschollenen Quelle – könnte gerade noch rechtzeitig die Petroglyphen vor ihrer endgültigen Zerstörung retten: Ein auch aus kulturhistorischer Sicht wichtiger Nebeneffekt der Grabungsarbeiten.

So hofft man auf La Palma nach wie vor unverdrossen, dass aus der Heilquelle bald eine Einahmequelle wird. Dann wäre Fuencaliente – neben dem erst im Sommer 04 eröffneten Mammut-Doppel-Hotel »La Palma Princess« und »Teneguia Princess« – um eine zusätzliche Attraktion reicher.

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